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ALADINS WUNDERLAMPE SCHENKT HOFFNUNG AUF EIN NEUES LEBEN

Medizinische Behandlung in Österreich

Zainab ist 14 Jahre alt, stammt aus Qurna (Südirak) und war seit zweieinhalb Jahren schwerkrank. Sie konnte kaum mehr gehen, ihr Sehvermögen war beeinträchtigt, sie hatte Schmerzen und die meiste Zeit lag sie apathisch zu Hause. An einen Schulbesuch war seit langem nicht mehr zu denken. Der Vater, ein Gelegenheitsarbeiter gab das wenige Geld, das er verdiente, für Zainab aus, aber kein Arzt in Basra konnte ihr helfen. Wir erfuhren von ihrem Schicksal unmittelbar nach dem Krieg im Vorjahr, aber erst im November war es möglich, sie nach Österreich zu bringen. Zwei Monate später verließ sie Österreich wieder: ein Mädchen, das über das ganze Gesicht strahlt, sich auf die Schule freut und sich nicht von den anderen Mädchen ihres Alters unterscheidet. 

Zainab ist eine der PatientInnen, die durch Vermittlung der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen im Rahmen des Hilfsprojektes „Aladins Wunderlampe“ zur Behandlung nach Österreich kamen und die an Krankheiten litten, die im Irak unter den derzeitigen Bedingungen nicht behandelt werden können. 

Da war der 18 Monate alte Abdelaziz mit dem vierfachen Herzfehler, die 7jährige Qand mit den Augenproblemen, die 17jährige Zena mit einem bösartigen Tumor im Kniegelenk und die 7jährige Sarah, die an der Glasknochenerkrankung leidet. Diese Krankheit stellt auch bei uns eine große Herausforderung an die Medizin dar, im Irak aber ist es völlig unmöglich, etwas für ein solches Kind zu tun. Das Kind, das seit Jahren nicht mehr gehen konnte, verließ Österreich nach acht Monaten, überglücklich über ihre neu gewonnene Freiheit, sich selbständig fortbewegen zu können. 

Einzelschicksale – und einige wenige aus einer unübersehbaren Menschenmenge im Irak, die Hilfe brauchen, gewiß, aber: nicht nur das Leben dieser Kinder hat sich verändert, sondern auch das Leben der Eltern, der Familie, der Freunde. Oft nimmt das ganze Dorf Anteil am Schicksal dieser Kinder. All diese Menschen werden den Österreichern ihr Leben lang dankbar sein. 

Zur Zeit ist wieder ein krankes irakisches Kind in Österreich, diesmal in Linz. Der 10jährige Mustafa leidet seit der Geburt an Blutungen aus dem Darm, zuletzt brauchte er zwei Blutkonserven pro Woche. Dem Vater wurde von den irakischen Ärzten geraten, eine Behandlungsmöglichkeit im Ausland zu suchen. So kontaktierte er mehrere Hilfsorganisationen vergeblich. Der Besuch von Frau Dr. Hobiger im Juni d.J. ermöglichte schließlich, dass Mustafa und sein Vater schließlich Anfang August d.J. die sechstägige Reise nach Österreich antraten. Es war dies die erste Auslandsreise nicht nur für den Buben, sondern auch für seinen Vater. 

Und schon am 13. September soll der nächste Patient kommen: ein junger Mann, dessen linke Hand durch einen riesigen gutartigen Tumor unförmig aufgetrieben ist. Auch hier war an eine Hilfe im Irak nicht zu denken und diese Erkrankung machte ihn in seiner Heimat zu einem Behinderten und sozial Ausgegrenzten. Er soll in Innsbruck operiert werden.

Auch wenn die Behandlungsplätze dankenswerterweise von den Spitalserhaltern zur Verfügung gestellt werden, bedeutet eine medizinische Behandlung in Österreich doch einen großen organisatorischen und vor allem finanziellen Aufwand. Flugtickets müssen bezahlt werden. Die Kinder werden immer von einem Elternteil begleitet und nicht immer kann der Vater oder die Mutter im Spital mit aufgenommen werden. Dann muss ein Quartier beschafft werden, für das Essen gesorgt werden. Die Leute brauchen ein Taschengeld und auch Personen, mit denen sie sich in ihrer Landessprache unterhalten können, denn meistens handelt es sich um ärmere Familien, in denen niemand Englisch spricht. Ein Teil der Kinder, wie z.B. Sarah, muss nach einem Jahr wieder kommen etc.etc. Bei jeder unserer Irakreisen werden uns neue Patienten vorgestellt und für Januar ist wieder ein Kind vorgemerkt. Um diese Arbeit fortführen zu können, brauchen wir dringend Unterstützung. 

Wien, 3.9.2004

Bildmaterial finden Sie unter:
http://www.saar.at/aladin/behandlung.htm

 

Weitere Informationen:
Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen
1150 Wien, Stutterheimstraße 16-18/2/5
Tel. 01 5267810
Fax. 01 5267795
e-mail:
office.vienna@saar.at

 

Spenden sind erbeten auf:
Konto Nr. 0055-5288003 bei Bank Austria Creditanstalt BLZ 12000
„Kinder im Irak“

 

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