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Artikel und Meinungen auf dieser Seite, die nicht direkt von der Palästinensischen Gemeinde Österreich stammen, müssen nicht unbedingt der Meinung der Palästinensischen Gemeinde Österreich entsprechen. Alle Rechte vorbehalten.

 

IWPS - Bericht: Militärmaßnahmen, um Demonstrationen abzuwehren

 

Liebe Freunde,

Das israelische Militär ergreift im Moment jegliche Maßnahmen,
um Demonstrationen und Demonstranten loszuwerden.

Letzten Freitag, 26. Dezember 2003, haben Palästinenser, Israelis
und Internationale am Mauertor von Mas'ha demonstriert. Als sie
am Tor angelangt waren und israelische Aktivisten am Tor rüttelten,

schossen israelische Soldaten

aus unmittelbarer Nähe erst in die Luft und dann auf die Demonstranten

und verletzten einen israelischen Jugendlichen am Knie.

Nach 24h Ausgangssperre wurde am nächsten Tag die einzige
Straße, die von Mas'ha aus nach Süden führt vom Militär
abgesperrt. Seit einer Woche ist dies nun ein neuer "Checkpoint".
Fast täglich gibt es stundenlange Wartezeiten und das Militär
beschließt scheinbar sporadisch, Passanten und Autos
durchzulassen. Auch IWPS hat Stunden dort verbracht, um das
Passieren der Leute mittels Telefonaten an die zuständigen Behörden

oder Kommandanten zu ermöglichen. IWPS möchte

mit anderen Organisationen und den Dörfern daran arbeiten,

den Checkpoint loszuwerden. Er ist eindeutig eine weitere

schikanenhafte, stark behindernde Maßnahme, die nichts
mit Sicherheit zu tun hat. Weiters stellt es für die Leute eine

Warnung dar, keine Demonstrationen mehr zu machen, weil

die Folgen für die gesamte Umgebung fatal sind.

Am Dienstag kamen die Bulldozer in das palästinensische Dorf
Budrus, um Olivenbäume für den Mauerbau auszugraben. Das
ganze Dorf, besonders Frauen und Kinder, stürmten aufs Feld, vor
die Bulldozer, Kinder kletterten auf die Bulldozer und die Mädchen
setzten sich in die ausgegrabenen Löcher und begannen in ihren
Schulbüchern zu lesen. Das Militär reagierte mit Tränengas und
Gummigeschossen. Ein junger Amerikaner wurde leicht verletzt.
Am Silvestertag gingen die Dorfleute wieder aufs Feld, diesmal mit
mehreren israelischen und internationalen Unterstützern. Diesmal
waren die Maßnahmen der Soldaten schärfer und sie nahmen vier
Israelis und vier Internationale fest, darunter ein schwedisches
Parlamentsmitglied und Kate von IWPS. Das Dorf wurde unter

Ausgangssperre gesetzt und das Militär durchsuchte Häuser, um

weitere Menschenrechtsaktivisten zu finden und festzunehmen.

Die vier Israelis unterschrieben ein Abkommen, 14 Tage nicht in die
palästinensischen Gebiete zu gehen. Die vier Internationalen
wurden auf die Polizeistation gebracht und dann in zwei
Gefängnisse aufgeteilt. Ein Deportationsbefehl wurde ausgestellt.
Unsere Anwältin Gaby Lasky reichte eine gerichtliche Verfügung
ein, um Einspruch zu erheben. Kate Raphael (IWPS) wird
angelastet, sie habe sich in militärischem Sperrgebiet aufgehalten.
Seit Mittwoch Abend ist sie im Gefängnis Hadera und wartet auf
ihre Anhörung, die vermutlich heute Sonntag oder morgen Montag

stattfinden wird. Sämtliche Anrufe sind schon beim Innenministerium

für Kate's Freilassung eingegangen, Besuche des amerikanischen

Konsuls bei ihr, sowie zahlreiche Medienberichte in Israel und den USA.

Wenn auch Sie sich beim Innenminister melden, und Druck
ausüben, erhöhen sich die Chancen, dass Kate Raphael nicht aus

dem Land verwiesen wird. Wie Sie wissen, hat unser

Trainingsprogramm für Israelis - "Mikarov" - gerade begonnen,

das von Kate initiiert worden war. Ihre Arbeit hier vor Ort ist unersetzlich.

Anrufe und Faxe aus dem Ausland machen einen Unterschied!!
Sie können das Innenministerium anrufen, das heute Sonntag
wieder arbeiten wird: Tel: +972 (0) 26 70 14 00. Versuchen Sie
mit Raz Godelnik zu sprechen, der für diese Belange zuständig ist.
Sollte er nicht zu sprechen sein (was leicht möglich ist), sprechen
Sie mit seiner Sekretärin Dorit. Je persönlicher Sie über Kate
sprechen, desto besser. Sie können sich darauf berufen, dass
Kate gewaltfrei protestiert hat, während einer friedlichen
Demonstration. Sie können erwähnen, dass Kate jüdisch ist,
aus den USA kommt und an einem Trainingsprogramm für Israelis
arbeitet, und wie wertvoll ihre Arbeit ist.

Spenden für Anwaltskosten werden gerne entgegengenommen.

Österreich:
IWPS-Palaestina
Hypobank, Blz 58000
Kontonummer: 10.340935.018

Deutschland:
Hypobank, Blz 733 11 600
Kontonummer: 0340935.018

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

IWPS möchte Ihnen an dieser Stelle ein friedliches, gewaltloses
und besseres Neues Jahr wünschen.

Karin

 

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