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Palästinenserpräsident Abbas würdigt LWB-Engagement für gerechten Frieden

Abbas betont Notwendigkeit der Rückkehr zur „Road-Map“

Jerusalem/Bethlehem/Genf, 5. September 2005 (LWI) – Der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, hat den Lutherischen Weltbund (LWB) für seine andauernde Unterstützung und seine Verbundenheit mit dem palästinensischen Volk bei seiner Suche nach Frieden im Heiligen Land gewürdigt.

„Ich weiss, wie viel Sie für unser Volk tun, [für] Muslime und Musliminnen sowie [für] Christen und Christinnen, und für Jerusalem“, betonte Abbas bei einem Treffen mit LWB-Präsident Bischof Mark S. Hanson, LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko und dem palästinensischen Bischof Dr. Munib A. Younan, LWB-Vizepräsident für die Region Asien, am Samstag, 3. September, in seinem Hauptquartier in Gaza-Stadt.

Die LWB-Delegation traf Abbas anlässlich der diesjährigen LWB-Ratstagung, die auf Einladung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELKJHL) vom 31. August bis 6. September in Jerusalem/Bethlehem stattfindet. Das Thema der Tagung lautet: „Die Kirche – berufen zum Dienst der Versöhnung“.

In dem Gespräch mit Präsident Abbas ging es vorrangig um den Friedensprozess im Nahen Osten, die Zukunft der lutherischen Schulen in Palästina, die Dienste des vom LWB geleiteten Auguste-Viktoria Krankenhauses (AVH) auf dem Ölberg in Ost-Jerusalem sowie um interreligiöse Beziehungen.

In Bezug auf die kürzliche Räumung der israelischen Siedlungen in Gaza betonte Abbas die Notwendigkeit, „den Impuls zu nutzen und hart an der Rückkehr zur Road-Map zu arbeiten“. Der „Road-Map“ genannte Friedensplan wurde von den USA in Zusammenarbeit mit Russland, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen aufgestellt, um eine Beilegung des Konflikts zwischen Israel und Palästina zu erwirken. „Vieles hat sich geändert, [aber] es muss auch noch viel getan werden“, erklärte LWB-Präsident Hanson, der auch Leitender Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELKA) ist.

Palästinenserpräsident Abbas betonte, er sehe die Räumung israelischer Siedlungen im Gazastreifen als Anfangspunkt der Umsetzung der Road-Map, der Rückzug müsse aber weitergehen. Die PalästinenserInnen müssten die Israelis noch mehr zu Friedensbemühungen „verpflichten“. Das palästinensische Volk lehne die Trennmauer als „unzivilisiert“ ab. Er sei nicht überzeugt, so Abbas, dass die Mauer Israel schützen könne. Israelische Behörden argumentieren, durch die Trennmauer könne SelbstmordattentäterInnen der Zugang zu Israel und der israelischen Bevölkerung verwehrt werden.

Hanson versicherte Abbas, dass die LWB-Ratstagung in Jerusalem und Bethlehem ein Zeichen der andauernden Verbundenheit mit dem palästinensischen Volk sei. „Wir werden für Sie beten“, betonte Hanson.

Noko dankte Abbas für die grosse Gastfreundschaft der PalästinenserInnen im Blick auf die Ausrichtung der LWB-Ratstagung und ihre Solidarität mit der ELKJHL. Der Tagungsort biete die Chance für die LWB-Ratsmitglieder aus aller Welt, die Erfahrungen des palästinensischen Volks mit ihren Kirchen zu Hause zu teilen, so Noko.

Heilige Stätten müssen respektiert werden
Die LWB-Delegation war im Vorfeld mit dem israelischen Oberrabbiner Yona Metzger zusammengetroffen. Während dieses Treffens zeigte sich Metzger besorgt über die Zukunft der Synagogen, die nach Abzug der israelischen SiedlerInnen im Gazastreifen verblieben sind. Noko sprach den palästinensischen Präsidenten auf dieses Thema an, und Abbas betonte, wie notwendig es sei, dass Israelis und PalästinenserInnen ihre „heiligen Orte gegenseitig respektieren“. Er merkte an, dass es besser wäre, wenn die Israelis ihre Synagogen aus den ehemaligen Siedlungen entfernen und verlagern würden, worin ihm der LWB-Generalsekretär zustimmte.

Bischof Younan erklärte, dass er zusammen mit muslimischen und jüdischen Religionsführern an der Errichtung eines Rates für Religionsführer im Heiligen Land arbeite, und bat Palästinenserpräsident Abbas um seine Unterstützung für die Arbeit dieses Rates. Der LWB und die ELKJHL wollten in der Welt „das richtige Bild über den Islam verbreiten“, so Younan und fügte hinzu, palästinensische ChristInnen seien die Stimme des Islams im Westen und in der ganzen Welt.

Abbas überreichte Hanson und Younan die Bethlehem-2000-Medaille, um sie für ihr Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung im Nahen Osten, ihren Einsatz für interreligiöse Beziehungen und ihre Arbeit für das palästinensische Volk auszuzeichnen.

Die LWB-Führung trifft in dieser Woche noch zu weiteren Unterredungen mit dem israelischen Präsidenten Moshe Katzav und anderen Regierungsmitgliedern Israels zusammen.

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