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Artikel und Meinungen auf dieser Seite, die nicht direkt von der Palästinensischen
Gemeinde Österreich stammen, müssen nicht unbedingt der Meinung der Palästinensischen
Gemeinde Österreich entsprechen. Alle Rechte vorbehalten.
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Brief an Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel
Bundeskanzleramt
z.hd. Herrn Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel
Ballhausplatz 2
1010 Wien
Wien, am 18. Februar 2004
Mauerbau in den Palästinensischen Gebieten
Tagung des internationalen Gerichtshofs, am 23.2. in Den Haag
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Dr. Schüssel!
Wir, die Palästinensische Ärzte- und Apothekervereinigung
Österreich, ersuchen Sie höflichst den Mauerbau in Palästina im
Namen des Internationalen Rechts abzulehnen und diese Position
auch während der Tagung des Internationalen Gerichtshofs am
23.02.04 in Den Haag zu vertreten.
Mauern in Europa und Asien führen bekanntlich nicht nur zur
Trennung von Staaten und Völkern, sondern auch zu sozialen,
wirtschaftlichen und politischen Spannungen. Die bereits im Bau
befindliche “TRENNUNG” des Volkes innerhalb Palästinas, zielt
unweigerlich auf die “INHAFTIERUNG” der Bevölkerung in der
eigenen Heimat. Anders als die Zweistaatenlösung der “Road Map”
verhindert sie, dass ein lebensfähiger palästinensischer Staat
entstehen kann und verwandelt die gesamten palästinensischen
Gebiete in ein großes Konzentrationslager/Ghetto, wo wir gerade
in Österreich angesichts der Geschichte besonders vorsichtig
sein sollten.
Wir brauchen keine Mauern für Frieden sondern Brücken zwischen
Menschen und fordern daher den sofortigen Stopp und Abbruch der
Mauer.
Wir hoffen, dass Sie als Bundeskanzler der Republik Österreich,
das sich schon immer für Gerechtigkeit und Frieden im Nahen
Osten eingesetzt hat, eine deutliche Position diesbezüglich
beziehen werden.
Hochachtungsvoll
Dr. med. univ. George Nicola
Präsident
Anbei: Kurze Information
ANHANG: Kurze Information
Die Mauer führt teilweise tief in die besetzten Gebiete hinein.
Über 130 km Mauerbau sind bis heute vollendet. Es bestehen Pläne
entlang des Jordans, in der Nähe Jordaniens, eine Mauer zu
errichten. Die vier großen illegalen israelischen
Siedlungsblöcke bei Nablus, Ramallah, Bethlehem und Jerusalem
sollen durch die Mauer abgeschottet werden. Für den Bau dieser
„Sperranlage“ wurden unzählige Olivenbäume und wertvolles
Kulturland vernichtet, palästinensische Orte zugemauert und in
großem Ausmaß Landbesitz palästinensischer Familien enteignet
und Privateigentum zerstört. Die Palästinenser werden durch den
Mauerbau von über 30 Wasserquellen abgeschnitten. Beispiel
Mas’ha: Innerhalb des Dorfes gibt es einen Brunnen, der
zubetoniert wurde. Durch die Mauer verliert es die restlichen
Wasserquellen. Der Bau der Mauer ist menschenrechtswidrig und
nimmt einem großen Teil der palästinensischen Bevölkerung ihr
Recht auf Freiheit und schränkt ihr Recht auf Lebensunterhalt
durch Arbeit, auf angemessenen Lebensstandard, auf Gesundheit
und Bildung dauerhaft ein.
Der Bau der Trennungsmauer ist keine Sicherheitsmaßnahme – wie
die israelische Regierung es immer behauptet – sondern eine
weitere Aggression, die die Möglichkeit eines dauerhaften
Friedens zwischen Israelis und Palästinensern ausschließt, da er
vor allem durch Israels Siedlungspolitik motiviert ist. Die
UN-Generalversammlung spricht von einer „De-facto-Annexion
großer Gebietsteile“. Die Besiedlung besetzter palästinensischer
Gebiete einschließlich Ost-Jerusalems stellt einen klaren
Verstoß gegen Art. 49 der Vierten Genfer Konvention dar. Wenn
der Mauerbau beendet ist, sind rund 58% vom Westjordanland
annektiert, dadurch wird die Zwei-Staaten Lösung der Road Map
verhindert und das palästinensische Land in mehrere Ghettos
geteilt, sodass ein lebensfähiger palästinensischer Staat nicht
entstehen kann.
© Palästinensische Ärzte- und Apothekervereinigung Österreich
A-1090 Wien, Spitalgasse 19/1
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