Fritz Edlinger:
Die rechtsradikalen israelischen Siedler schicken ihre Kinder
in’s Feuer – wo bleibt der Aufschrei der Weltöffentlichkeit?
Es ist leider eine nur allzu bekannte Tatsache, dass auch die
Berichterstattung über den israelisch-palästinensischen Konflikt
sehr oft selektiv und unausgewogen ist, erklärte der
Generalsekretär der „Gesellschaft für Österreichisch-Arabische
Beziehungen“ (GÖAB) Fritz Edlinger in einem Vortrag in Wien.
Besonders sogenannte „politisch korrekte“ Medien und
Journalisten können nicht genug davon kriegen, die Methoden
palästinensischer Widerstandskämpfer anzuprangen und pauschal
als verbrecherischen Terrorismus zu verurteilen. Im
offensichtlichen Bemühen, den Terror der israelischen
Besatzungsarmee und der schwerbewaffneten rechtsradikalen
Siedler verschleiern zu wollen, werden da mehr oder minder
bewusst friedliche Demonstrationen und Aktionen des zivilen und
gewaltlosen Widerstandes durch palästinensische aber auch
israelische Menschenrechtsorganisationen gleichgesetzt mit den
verbrecherischen Aktionen palästinensischer Terroristen.
Gerade in den letzten Tagen habe man diese selektive
Berichterstattung wiederum ganz deutlich studieren können. Kaum
ein Wort der Empörung und Verurteilung war da zu hören, als die
rechtsradikalen Siedler, welche die Räumung der israelischen
Siedlungen im Gazastreifen mit allen Mitteln verhindern wollen,
ihre Kinder und Jugendlichen mobilisierten. Dass die auf
gewaltsame Konfrontation abzielenden Demonstrationen kein
geeigneter Ort für Babies und Kleinkinder ist, ist sicherlich
unbestritten. Er habe aber in den europäischen Medien kaum
kritische Berichte darüber gefunden. Dieselben Medien seinen
hingegen in den letzten Jahren voll von Kritik gewesen, wonach
die Palästinenser ihre Kinder angeblich bewusst als gewaltsames
Mittel gegen die israelische Besatzungsmacht einsetzten. Dies
stelle leider einen neuerlichen Beweis für die
Voreingenommenheit und Einseitigkeit vieler Medien und
Journalisten dar. Es sei leider auch nicht ganz der Eindruck von
der Hand zu weisen, dass sich hinter diesen Doppelstandards auch
ein gewisser Rassismus verberge, demzufolge das Leben und die
Existenz israelischer Bürgerinnen und Bürger wertvoller und
schützenswerter seien als jene von arabischen Palästinenserinnen
und Palästinensern, schloss Fritz Edlinger.
Wien, 20.7.2005
Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen
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