Das Erbrechen
15. Dezember 2003
von Silvia Cattori
über die Gefangennahme Saddam
Husseins
Ist es das, ihre
Demokratie? Wann hört die Barbarei endlich auf? Wo ist das
Recht, wo die Menschenrechte?
Alles geschieht so als ob die menschliche Würde, der Respekt vor
dem Anderen, das Recht vor Richtern in einem Prozess, an einem
Gerichtshof zu stehen, in dieser Welt nicht mehr existiert. Der
letzte aller Journalisten kann Beweismittel bringen, den
Verdammten belasten, ihn schon im vorhinein richten und das mit
einer Leichtigkeit und einer Unehrlichkeit die verwirrend ist.
Die Bilder von der Gefangennahme Saddams Hussein, rund um die
Uhr gesendet bis zum Erbrechen, hat in mir einen tiefen Ekel
ausgelöst.
Diese Art, einen Menschen bis zu einem Tier herabzusetzen,
selbst wenn schuldig, ist empörend.
Ich habe mich dann unter die Menge gemischt. In Palästina ist
die Strasse großzügig. Die Palästinenser sind gastfreundlich.
Der Fremde ist dort König.
Sie wussten, aber sie sagten nichts. Die Gefangennahme war
erwartet. Aber nicht so. Nicht mit diesem Willen, den Gefangenen
so zu erniedrigen.
Das Gesicht dieses zerstörten Menschen hat ihr Mitleid erregt.
Sie konnten an dieser hysterischen Freude nicht teilnehmen, die
die westlichen Medien darboten. Diese Freude verursachte bei
ihnen Ekel.
Diese Hetzjagd erleiden sie durch die Israelis permanent. das
ist ihr Leben. Sie haben sich in diesem Gesicht, das die
amerikanische Besatzung zeigen wollte, wie im Spiegel gesehen:
mit offenen Mund, wie man einen Esel zeigt, wenn man seine Zähne
prüft. Warum einen Menschen so erniedrigen?
Auf genau diese Weise, hetzt die israelische Besatzung, Tag für
Tag das palästinensische Volk, trotz des Protestes der ganzen
Welt. Tausende palästinensische Häftlinge werden auf diese Weise
zum Tier erniedrigt.
Die amerikanischen Verwalter klagen Saddam an, Unschuldige
getötet zu haben. Aber was machen sie jeden Tag? Genau dasselbe
wie das israelische Militär. Warum kann die amerikanische Armée
in Afghanistan, im Irak, zivile Unschuldige töten ohne angeklagt
zu werden? Warum können ihre Verwalter uns Lektionen über
Demokratie erteilen und den Arabern ihren Lebensstil lehren,
wenn doch ihre Politik direkt zur Katastrophe führt?
Diese Menschen verachten das Recht, das sie vorgeben zu
verteidigen....
Als Opfer der amerikanischen und israelischen Kriegstreiberei,
tragt das palästinensische Volk dieselben Wunden wie das
irakische Volk. Eine unglückliche Gemeinschaft vereint sie. Auf
Grund dieser sehr menschlichen Erwägung konnten sie sich nicht
über die Gefangennahme Saddams freuen. Wie der Irak, leiden sie
unter der Gewalt der militärischen Besatzung. Die
Besatzungsmacht ist nicht da, um ihnen Wohlgefühle und Rechte
zuteilen zu lassen. Sie ist da, sich ihres Reichtums zu
bemächtigen. Von diesem Diebstahl sollten die Medien reden. Aber
anstatt von den wirklichen Ursachen des Konfliktes zu berichten,
verteufeln sie die Opfer. Von den Verbrechen Saddams zu sprechen
erlaubt ihnen über die Verbrechen und die Gier von Bush und
Sharon zu schweigen.
Israel und die USA attackieren Schwächere als sie und lassen uns
glauben, dass jene eine Bedrohung sind und obendrein machen sie
uns weiß das Recht und die Demokratie zu verteidigen. Wir müssen
ihren Zynismus und ihre Lügen ohne Pause aufdecken.
Ramallah, 15. Dezember 2003
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