Palästinensische Kampagne gegen die Apartheidmauer:
Grußwort aus Palästina zum Aktionstag am 25. September 2004
... gegen Rassismus, Besatzung und Kolonialismus die
Apartheidmauer muss fallen!
Als palästinensische Kampagne gegen die Apartheidmauer freuen
wir uns, dass es am vierten Jahrestag der Al-Aqsa-Intifada in
verschiedenen europäischen Städten Demonstrationen geben
wird. Durch die anhaltende Enteignung und Kolonisierung unseres
Landes und unseres Volkes zu dieser Intifada gezwungen möchten
wir allen Organisatoren und all denen, die nun auf den Straßen
protestieren, für ihre Solidarität mit der palästinensischen und
irakischen Bevölkerung und ihrem Widerstand gegen Besatzung
danken.
Wir wissen, dass wir nicht allein sind. Die Mauer wird fallen!
In den vergangenen vier Jahren erlebten wir Massaker, gezielte
Tötungen, Massenverhaftungen, massive Landannektierung und
-zerstörung. Unsere Gesellschaft ist auf jeder Ebene
angegriffen. Im Zentrum dieser Politik liegt der Bau der
Apartheidmauer. Als Mittel zur Vertreibung, der Annektierung,
Gettoisierung und Zerstörung der palästinensischen Gesellschaft
ist die Mauer schon 1948 mit der Massenvertreibung unseres
Volkes vorbereitet worden. Die Autonomiezonen der Osloer
Verträge haben ihren Verlauf vorgezeichnet.
Jetzt legen die acht Meter hohen Zementblöcke und
Sicherheitsanlagen der Apartheidmauer Israels Intentionen offen:
Wenn heute die Palästinenser in fünf Bantustans auf zwölf
Prozent ihres ursprünglichen Landes eingesperrt werden, kommen
die Bilder des südafrikanischen Apartheidregimes wieder hoch und
die der Zwangsumsiedlung der nicht-weißen Bevölkerung in neun
Bantustans auf 13 Prozent des Landes.
Die Welt kann nicht länger die Augen verschließen.
Gestern wie heute: Apartheid muss enden!
Nachdem der Internationale Gerichtshof in Den Haag den Fall der
Apartheidmauer gefordert und die israelische Besatzung sowie
ihre Konsequenzen verurteilt hat, stellt sich die Frage, ob die
UN-Institutionen im Angesicht israelischer Verbrechen das
palästinensische Volk erneut allein lassen werden und damit auch
die Grundlagen ihrer eigenen Legitimität und die Universalität
internationalen Rechts ins Wanken bringen oder ob sie
Verantwortung zeigen und internationales Recht gegenüber Israel
wie gegenüber jedem anderen Staat geltend machen.
Israels Apartheidmauer ist zu einen Scheideweg geworden:
Werden Rassismus, Krieg und Unterdrückung die Oberhand behalten
oder können wir global Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden
möglich machen? Die Antwort liegt bei den Menschen dieser Welt.
Eure Unterstützung und
Mobilisierungen sind entscheidend!
Die Stimmen gegen die Apartheidmauer und die Besatzung in
Palästina und im Irak werden täglich lauter und stärker.
Weltweit sind für heute Demonstrationen angesagt und während der
internationalen Woche gegen die Apartheidmauer vom 9. bis 16.
November werden noch viel mehr auf die Straßen gehen. Vor nur
wenigen Tagen kam die internationale Antikriegs- und
Antiglobalisierungsbewegung in Beirut zu einem Strategietreffen
zusammen. Mehr als 200 Gruppen, Organisationen, Gewerkschaften,
Nichtregierungsorganisationen und Netzwerke aus allen
Kontinenten nahmen daran teil.
Dort wurde auch die
Internationale Bewegung gegen die israelische Apartheid ins
Leben gerufen. Die Lektion aus Südafrika aufgreifend rufen wir
euch auf, euer stärkstes Aktionsmittel zu benutzen: Boykott und
Sanktionen gegen die israelische Apartheid müssen jetzt konkret
werden! Wir appellieren an euch, eure Regierung unter Druck zu
setzen, damit sie ihre Unterstützung der israelischen Besatzung,
Apartheid und Verbrechen aufgibt.
Nein zur Mauer! Nein zur Apartheid! Nein zur Besetzung! Free
Palestine!
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