Palästina Plattform Österreich Palästina

StaatswappenNationalflagge

Nationalfeiertag: 15. November
Zeitzone: MEZ + 1 h
Telefon-Vorwahl: +970
Olympiakürzel: PLE
Hymne anhören
Aktuelle Nachrichten: Arabisch ++ Deutsch ++ Englisch

 

Aktuelles

 

Bilder
Berichte
Termine
Projekte
Kampagnen

Archiv

Interessantes

 

Rezepte
Gedichte
Spenden
Shopping
Leserbriefe
Daten & Fakten

 

Palästina Info

 

Geschichte
Geographie
Politik
Gesundheit
Bildung
Wirtschaft
Verkehr
Kommunikation
Tourismus
Kunst
Folklore
Film
Musik
Literatur

 

Links

 

Arabische
Deutsche
Englische

 

Kontakt

 

PGO
PAAV
GUPS
Botschaft
Impressum

 

Startseite

 

Suche

 

 

ý 2001-2007 Palästina Plattform Österreich.

 

Artikel und Meinungen auf dieser Seite, die nicht direkt von der Palästinensischen Gemeinde Österreich stammen, müssen nicht unbedingt der Meinung der Palästinensischen Gemeinde Österreich entsprechen. Alle Rechte vorbehalten.

 

Von Herzl zu Sharon?

von John Bunzl

 

Mit der katastrophalen Entwicklung im Nahen Osten und dem Image-Verfall Israels gehen Bemühungen einher unter dem Motto: „let’s change the subject“ auf die ursprünglichen Absichten Theodor Herzls und der zionistischen Bewegung zu verweisen. Es werden „wissenschaftliche“ Symposien abgehalten, die sich mit Lueger, der Neuen Freien Presse oder dem Wiener Fin de Siecle befassen; die Herzls Naivität bewundern, weil er sich nicht vorstellen konnte ein Bahnticket in hebräischer Sprache zu kaufen - und weil er fortschrittliche Ideen aus dem (habsburgischen) Mitteleuropa, wie die Trennung von Staat und Religion oder die Fernhaltung des Militärs von der Politik, in den Orient verpflanzen wollte.

 

Und natürlich geht es da auch um die Dreifus-Affaire (1894), die Herzl laut eigenen Angaben erst zum „Zionisten“ machte, nachdem er einige theatralische Gesten, wie Duelle mit judenfeindlichen Lokalmatadoren oder die kollektive Taufe der Juden im Stephansdom doch als untaugliches Mittel im Kampf gegen den Antisemitismus verworfen hatte. Die Dreyfus-Affaire machte ihn jedoch keineswegs zu einem Vorkämpfer (wie etwa Emile Zola) gegen diese Seuche. Man möchte fast sagen: im Gegenteil! Seinem Tagebuch (Mai-Juni 1895) entnehmen wir etwa : „In Paris also gewann ich ein freieres Verhältnis zum Antisemitismus, den ich historisch zu verstehen und entschuldigen begann. Vor allem erkannte ich die Leere und Nutzlosigkeit der Bestrebungen ‚zur Abwehr des Antisemitismus.’ „
Jedes Kind in Israel kennt seine Sprüche wie „Wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen“, oder „In Basel habe ich den jüdischen Staat geschaffen“, was sich auf den 1.Zionistenkongress 1897 bezieht. Dort formulierte Herzl schlicht, das Ziel seiner Bewegung sei die „Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ . Eine ähnliche Formulierung ging nach 1917 in das britische Völkerbundmandat über Palästina ein.

 

Für Apologeten des Zionismus (und vieler anderer Ideologien) ist es schwer erträglich zwischen Absichten und Folgen zu unterscheiden, ja Absichten und Folgen als widersprüchlich anzuerkennen. Keine Wortakrobatik und Sophisterei kann darüber hinwegtäuschen, dass sich so manche noble Ideen an der Realität des Konflikts blamierten, ja blamieren mussten.


Herzl sah sich als Gründer eines politischen Projekts. Er sah sich als Architekt eines Nationalstaats für die Juden, einerseits wegen der antisemitischen Anfeindungen in Europa, andererseits wegen des Wunsches die Juden zu „normalisieren“, ja kollektiv zu assimilieren: lasst uns so sein wie alle Völker! Die Verwirklichung dieses an sich vollkommen legitimen Wunsches ließ sich jedoch nicht auf die Weise „aller Völker“ bewerkstelligen. Denn die Nationalstaatsgründung sollte an einem Ort (Palästina) stattfinden, der schon bewohnt war; und die einheimische Bevölkerung konnte der Perspektive kolonisiert und majorisiert zu werden von Anfang an verständlicherweise wenig abgewinnen. Die vielzitierte Parole „Das Land ohne Volk für das Volk ohne Land“ entsprach niemals einer historischen Realität.
Das ahnte auch Herzl selbst. Zumindest seit seinem Briefwechsel mit Jussuf Sia al-Khalidi aus dem Jahre 1899. Khalidi war ein Notabler aus Jerusalem, arabischer Abgeordneter im osmanischen Parlament in Istanbul und Provinzgouverneur in Kurdistan gewesen und hatte auch einige Jahre an der Wiener Orient-Akademie (Vorläufer der Diplomatischen Akademie) arabisch unterrichtet. Dieser gebildete und aufgeschlossene Araber hatte von den Aktivitäten Herzls erfahren. Aus Interesse und Sorge wandte er sich über Vermittlung des Pariser Oberrabiners Zadock Kahn in französisch an den Führer der eben erst gegründeten zionistischen Organisation. Es lohnt sich diesen erstaunlichen Briefwechsel genauer unter die Lupe zu nehmen.


Zunächst reproduziert Khalidi sein biblisch-islamisches Verständnis der Beziehung zwischen Juden und Palästina mit den bemerkenswerten Worten:“ Die (zionistische, JB) Idee ist an sich ganz natürlich, schön und gerecht. Wer denkt daran den Juden das Recht auf Palästina zu bestreiten? Mein Gott, historisch gesehen ist es wohl Ihr Land.“ Aber: “Palästina ist jetzt integraler Bestandteil des Osmanischen Reichs und – was schwerer wiegt – wird von anderen als den Israeliten bewohnt.“ Daraus folge: „Man möge anderswo für die unglückliche, aber deswegen nicht weniger gerechte jüdische Nation einen Platz suchen...Aber, um Gottes Willen, man soll Palästina in Ruhe lassen.“ 


Herzl, der vom großmütigen Ton des Briefschreibers beeindruckt war, ließ sich jedoch nicht beirren. Er argumentierte weniger mit den später beliebteren „historischen Rechten“ , als mit einem Topos, der für Jahrzehnte von der zionistischen Linken strapaziert wurde: die jüdische Kolonisation/Ansiedlung brächte dem Land und allen seinen Bewohnern nur Fortschritt und Wohlstand. Es wäre für die palästinensischen Araber daher von Nachteil, argumentierte Herzl, wenn sie sich den zionistischen Bemühungen entgegenstellten. Im schlimmsten Fall würden die Zionisten nämlich ein anderes Land „beglücken“. 


Die Bedeutung dieser Episode für Herzl liegt wohl darin, dass die arabische Figur in seinem utopischen Roman „Altneuland“ (1902), der er den Namen Raschid Bey gab, Jussuf Sia al-Khalidi nachempfunden ist bzw. eine Art wishful thinking über ihn darstellt.
Auch in anderen, weniger bekannten Äußerungen scheint Herzl den Konflikt geahnt zu haben, etwa, wenn er im Juni 1895 seinem Tagebuch anvertraut man würde die ärmere einheimische Bevölkerung möglichst unauffällig über die Grenzen schaffen und ihr Rückkehr und Beschäftigung im jüdischen Gemeinwesen verwehren - oder wenn er im „Judenstaat“ (1896) schreibt dieser würde einen „Wall der Zivilisation gegen die Barbarei“ bilden.


Man hat diese und ähnliche Äußerungen mit dem „Zeitgeist“ erklärt, was sie jedoch nicht weniger kolonial macht. Gibt es eine Verbindung zwischen dem „Wall“ Herzl und dem Zaun bzw. der Mauer Sharons? Zumindest insofern als der Konflikt die Form einer Auseinandersetzung zwischen „Settlers“ und „Natives“ annahm und trotz seiner langen Dauer bis heute behielt. Und soviel wusste schon Herzls treuester Schüler (und Säulenheiliger der Likud-Partei) Zeev Jabotinski (1921): „Ich kenne kein Beispiel in der Geschichte, wo ein Land mit der höflichen Zustimmung der einheimischen Bevölkerung kolonisiert wurde.“ 

 

zurück

 

 

 

 

Live aus Palästina:

 

Ajyal Radio- Palestine

 

You need Real Player: Download

 

Newsletter abbonnieren:

 

Aktuelles

 

Aktuelle Nachrichten: Arabisch ++ Deutsch ++ Englisch

 

Empfehlungen

 

Al-Fayrooz

Restaurant & Lounge

Dr. Karl Lueger Ring 8

A-1010 Wien

Tel.: 01/533-84-11

www.alfayrooz.at

 

Pizzeria Il Castello - Cafe Segafredo

Pfarrgasse 5

A-2500 Baden

täglich: 11 bis 23 Uhr

 

Mag. Hazem Arafeh

geprüfter Versicherungsfachmann

Mobil: 0676/359-12-90

 

Computer Express - Ing. Hisham El-Kilany

Brigittenauer Lände 38/3

A-1200 Wien

Mobill: 0650/814-46-96

 

Rechtsanwältin

Mag. Chhadeh Renua

Goldschmiedgasse 8

A-1010 Wien

Tel.: 0650/5000-559

E-Mail: anwaltrecht1@chello.at