Frühe
Experimente
Vor dem Jahr 1948 gab es nur wenige Zeugnisse palästinensischer
Kunstaktivitäten. Die wenigen Versuche oder Experimente im
Zeichnen oder in der Malerei dieser Zeit waren amateurhaft und
hatten nicht jene Professionalität entwickelt, die Künstler in
anderen arabischen Ländern auszeichnete. Dies war auch Resultat
der unsicheren und turbulenten Situation der ,,palästinensischen
Szene" in der ersten Hälfte des Jahrhunderts.
Doch trotz dieser wenig vorteilhaften Bedingungen demonstrierten
zahlreiche palästinensische ,,Künstler" ihre Talente. Führend
unter ihnen war Jamal Badran. 1905 in Haifa geboren, hatte er
bis 1927 in Kairo arabische Kalligraphie und Ornamentik studiert
und war dann nach London gegangen, um angewandte Kunst zu
studieren. Jamal Badran arbeitete später als Lehrer für Kunst
und Handwerk. Als stellvertretender Schulinspektor entdeckte er
zahlreiche junge Talente, die er förderte und die, dank seiner
Ermunterungen, Mitte der 30er Jahre in Kairo Kunst studierten.
Jamal Badran war vernarrt in arabisch-islamische Kunst und
Kalligraphie; ebenso liebte er das traditionelle Kunsthandwerk.
Er widmete sein Schaffen fast ausschließlich diesen Genren, und
sein Einfluß war deutlich sichtbar in den Arbeiten seiner Schüler.
Die Künstler Hanna Mismar und Faddal Odeh waren in den 20er
Jahren Kunststudenten; der erste studierte Keramik in
Deutschland, der zweite Malerei und Zeichnen in Italien. Ihr
Schaffen aber blieb sehr begrenzt. Nur wenige Künstler waren in
der Lage, Ölgemälde (im westlichen Sinne) zu malen.
Kunstausstellungen in ihrer heutigen Form, wo Arbeiten eines
einzelnen Künstlers oder einer Gruppe von Künstlern einer Öffentlichkeit
vorgestellt werden, waren in Palästina vor 1948 praktisch
unbekannt.
In dieser Zeit wurden Gemälde von Kunstlehrern sowie anderen
Amateurkünstlern geschaffen. Diese Arbeiten wurden entweder
einfach gelagert oder in Häusern, Schulen oder sozialen Klubs
aufgehängt. Sie hatten keinerlei Beziehung zur palästinensischen
Thematik, sondern beschränkten sich auf Portraits,
Landschaften, historische Figuren und religiöse Darstellungen.
Zuweilen enthielten sie auch alte arabische Episoden, die
zumeist von bekannten Werken kopiert waren.
Pioniere zeitgenössischer palästinensischer
Kunst
Die verheerenden Ereignisse des Jahres 1948 hatten auf palästinensische
Talente eine aufrüttelnde Wirkung. Anstatt sich einem Leben
bitterer Not in den Flüchtlingslagern zu ergeben, fanden sie
ihren Weg in die Kunstakademien und Kunsthochschulen.
Einer von ihnen war Ismail Shammout. Als l8jähriger mußte er
mit der Bevölkerung der Stadt Lydda den schändlichen Marsch
ins Exil antreten. Nach zwei Jahren in einem Flüchtlingslager
des Gazastreifens gelang es ihm, nach Kairo zu kommen, wo er
sich am Kolleg für Bildende Künste einschrieb. Schon bald
entdeckte er, obwohl nicht mehr im Flüchtlingslager, daß der
,,Palästinenser" in ihm dominierte. Seine Arbeiten an der
Akademie waren beeinflußt von Bildern menschlichen Leidens, die
sein künstlerisches Auge beim Exodus seines Volkes gesehen und
deren Zeuge er während des elenden und verzweifelten Lebens im
Flüchtlingslager gewesen war. Die Modelle mit typischem ägyptischen
Gepräge, die er in seiner Studienzeit zeichnete oder malte,
wurden automatisch in palästinensische ,,Themen" oder
,,palästinensisches Aussehen" verwandelt...
Die Etablierung der palästinensischen
Kunst
Im Jahre 1953 brachte Shammout einen großen Teil seiner
Zeichnungen und Gemälde von Kairo nach Gaza, um seine erste
Ausstellung zu veranstalten. Diese Ausstellung, die am 29. Juli
1953 eröffnet wurde, war die erste, die jemals von einem palästinensischen
Künstler auf palästinensischem Boden gehalten wurde. Mehr als
60 Arbeiten (in Öl, Wasserfarben und Zeichnungen) waren zu
sehen, einschließlich des heute berühmten Werkes
,,Wohin".
Im selben Jahr kam eine andere palästinensische Künstlerin
nach Kairo. Tamam Al-Akhal, 1935 in Jaffa geboren, hatte im
Libanon Zuflucht gesucht und war später von ihren Eltern zum
Kunststudium nach Kairo geschickt worden. Dort traf sie Shammout
und nahm mit einem dritten palästinensischen Künstler, Nihad
Sibasi, an Shammouts zweiter Ausstellung, die 1954 in Kairo
stattfand, teil.
Diese erste gemeinsame palästinensische Kunstaustellung außerhalb
Palästinas wurde am 21. Juli vom ägyptischen Präsidenten
Jamal Abdel Nasser eröffnet. Die Ausstellung erregte die
Aufmerksamkeit palästinensischer und arabischer Kunstkreise.
Das Presseecho in den weitverbreiteten in Kairo publizierten
Zeitschriften und Zeitungen war beträchtlich. Die palästinensische
Malerei feierte ihr arabisches Debut.
Shammout und Akhal heirateten im Jahre 1959 und sind seit mehr
als 30 Jahren ein international bekanntes Künstlerteam. In den
50er Jahren traten zahllose palästinensische Talente in die Fußstapfen
von Shammout und Akhal und studierten an jedweden Kunstakademien
und Instituten, an denen sie eine Zulassung erhielten. Anfang
der 60er Jahre gab es Scharen von Kunstgraduierten, die in den
palästinensischen Gemeinschaften in der Westbank und im
Gazastreifen sowie in den arabischen Ländern aktiv waren.
Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen wurden oft auf eigene
Kosten durchgeführt; wenn die bescheidenen finanziellen Mittel
es erlaubten, nahmen die Künstler an regulären arabischen
Ausstellungen teil.
Die prominenten Namen dieser Zeit lauten Tawfiq Abdul ´Aal und
Michel Najjar im Libanon, Ibrahim Hazimeh und Samir Salameh in
Syrien, Samia Taqtaq, Mohamed Bushnak und Afaf Arafat in
Jordanien, Mahmoud Abu Askar, Abdul Aziz Al-'Uqaili, Shafa
Sha'ath und die drei Shammouts - Jamil, Omar und Amin - in Gaza
sowie Mustafa Al-Hallaj in Ägypten.
Die Gemälde der 50er Jahre zählten zur realistischen
expressionistischen Schule mit Anleihen beim Symbolismus. Die Gründe
waren zweierlei: Zum einen lehrten arabische Kunstakademien nach
akademischen Methoden, d.h. sie ahmten die visuelle Perspektive
der Objekte nach; zum anderen waren die Künstler dieser Periode
die Überlebenden des schrecklichen Krieges von 1948, die
Einwohner schmutziger Flüchtlingslager. Sie studierten Kunst
nicht um der Kunst, um der Ästhetik willen, sondern um ihre Gefühle
auszudrücken, um ihre Leiden als Palästinenser darzustellen,
um die Bestrebungen ihres Volkes zu artikulieren, das um die
Wiedergewinnung seines Heimatlandes kämpfte.
Der palästinensische Künstler der 50er Jahre weist eine andere
Konstante auf. Er war und blieb der palästinensischen Sache
verpflichtet. Seine Hingebung war eine persönliche
Entscheidung, gepaart mit uneingeschränkter Meinungsfreiheit
und bar jeden politischen oder ideologischen Zwanges.
Neues Klima - Neue Horizonte
Durch die 60er Jahre blies der Wind der Veränderung. Die palästinensische
Persönlichkeit, die verlorene palästinensische Identität
wurde wiederhergestellt. Bewaffnete Organisationen bildeten
sich. Männer und Frauen füllten ihre Reihen. Die Palästinensische
Befreiungsorganisation wurde geschaffen, der erste Schuß wurde
abgefeuert und die Palästinensische Revolution - der bewaffnete
palästinensische Kampf - in Gang gesetzt.
Die Revolution der Künstler
Die palästinensischen Künstler standen in der vordersten Reihe
dieser aufkeimenden Bewegung. Ihre Arbeiten in dieser Zeit
reflektierten die Bilder einer kommenden Revolution. Sie gaben
einen Vorgeschmack der zukünftigen Ereignisse. Dies war ein
klarer und unmißverständlicher Beweis für die Verschmelzung
der palästinensischen Künstler mit der palästinensischen
Sache, ihrer künstlerischen Fähigkeit, den Verlauf der
Volksbewegung vorherzusagen, eine Fähigkeit, die aus der ständigen
Teilnahme an der Sache und dem Bewußtsein der bisherigen
Entwicklung herrührte.
Nach dem Krieg von 1967, der erneut mit der Niederlage dreier
arabischer Staaten endete, besetzte das siegreiche Israel die
verbliebenen Teile Palästinas sowie weitere arabische
Landstriche. Die arabische Niederlage, wie tragisch und
schmerzlich sie auch sein mochte, war für die Palästinenser
nicht gänzlich ohne Vorteile. Sie gab den Palästinensern die
Rechtfertigung für den Aufbau ihrer legitimen Vertretung, die
Palästinensische Befreiungsorganisation.
Damit kündigte sich für den palästinensischen Künstler eine
neue Ära an. Vor der Entstehung der PLO hing seine künstlerische
Aktivität ausschließlich von den eigenen Anstrengungen ab,
seinen eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten, wie begrenzt
diese auch immer waren. Mit der PLO verbesserte sich sein Los
beachtlich, da er zum ersten Mal zum Empfänger
institutionalisierter Förderung und Unterstützung wurde.
Folgende Einrichtungen und Möglichkeiten wurden bereitgestellt:
1. Besondere PLO-Einrichtungen, um die Arbeit der Künstler zu
unterstützen, zu fördern und ihre Werke zu veröffentlichen
2. Beschäftigung zahlreicher Künstler in kulturellen und
politischen Funktionen in der PLO und anderen palästinensischen
Widerstandsbewegungen
3. Bildung der Generalunion Palästinensischer Künstler (1979),
die in Zusammenarbeit mit der Informations- und Kulturabteilung
der PLO die Aufgabe wahrnahm, die künstlerischen Fähigkeiten
einzusetzen, die Bemühungen zu konsolidieren und die Werke in
Einzel- und Kollektivausstellungen, sei es im Ausland oder in
der arabischen Welt, bekannt zu machen
4. Bereitstellung von Stipendien für junge Talente, um ihnen
das Studium der Kunst an Akademien und Universitäten
befreundeter Staaten zu ermöglichen.
Neue Möglichkeiten für die Künstler
All diese neuen Entwicklungen hatten einen bemerkenswerten
Effekt auf die künstlerische palästinensische Arbeit, in Bezug
auf Form und Inhalt. Was die Form anbelangt, so löste sich die
Malerei vom realistischen oder expressionistisch-realitischen
Stil. Sie erkundete neue Horizonte, neue Stile, Symbolismus,
Surrealismus, naive Malerei und neue Farbgebung und machte erst
kurz vor der absoluten abstrakten Malerei halt. In Bezug auf den
Inhalt blieb das palästinensische Thema der Kernpunkt, dem sich
alle anderen Themen unterordneten. Die Malerei war dennoch vom
Ton der Tragödie, der die Arbeiten der frühen 50er Jahre
bestimmt hatte, befreit worden.
Der Andrang junger palästinensischer Talente, die an arabischen
und ausländischen Kunstakademien studieren wollten, hielt unverändert
an. Eine neuerliche Zählung fand heraus, daß in der Zeit von
1948 bis Mitte der 80er Jahre insgesamt 340 palästinensische Männer
und Frauen Kunst, angewandte Kunst und Kunsterziehung
studierten, darunter mehr als fünfzig Frauen. Zwei Drittel
dieser Studenten waren an arabischen Akademien eingeschrieben,
etwa 100 im Ausland.
Palästinensische Künstler unter
israelischer Herrschaft
Nach der Besetzung der Westbank und des Gazastreifens wurden
hier lebende palästinensische Künstler aktiv. Ihre anfänglichen
Aktivitäten - Schaffung von Kunstwerken, Durchführung von
Ausstellungen, etc. - waren weder einfach noch sicher. Der Weg
war voller Hindernisse und Gefahren, angefangen von der Schließung
der Ausstellungsräume und Beschlagnahme der Gemälde bis hin
zur direkten Verhaftung und dauerhaften Inhaftierung von Künstlern.
Israelische Repressionen
Unter den verfolgten Künstlern waren Kamel Mughanni, Absolvent
der Kunstakademie von Alexandria und Kunstlehrer an der
Al-Najah-Universität - damals noch Kolleg - in Nablus. Er wurde
für zwei Jahre ins Gefängnis gesteckt; sein Haus wurde unter
dem Vorwand, er gehöre einer palästinensischen
Widerstandsbewegung an, in die Luft gesprengt. Suleiman Mansour,
Absolvent des Kunstinstituts ,,Bezalel" in Jerusalem, wurde
zum Verhör durch die Militärbehörden geladen und unter
Hausarrest gestellt; einige seiner Gemälde wurden
beschlagnahmt.
Fathi Al-Ghaban, ein Autodidakt aus Gaza, wurde wegen des
fortgesetzten Gebrauchs der vier Farben der palästinensischen
Flagge für sieben Monate ins Gefängnis geworfen, seine
Ausstellung wurde geschlossen, einzelne seiner Werke
konfisziert. Die ,,Galerie 79" in Ramallah, die einzige
Ausstellungshalle in der Westbank, wurde wegen der Ausstellung
von ,,aufhetzenden" Kunstwerken geschlossen.
Auch palästinensischen Künstlern, die im Israel von 1948
lebten, erging es nur wenig besser. Einigen Talenten gelang es,
sich durchzusetzen und ihre Präsenz zur Geltung zu bringen. Die
Prominenten unter ihnen sind Abed Abidi und Dhahir Zaidani, die
in der DDR studierten, Marwan Abu Al-Haija, Hanna Mismar,
Abdulla Al-Karaa, Assad Azzi, Khalil Rayyan und Ibrahim Hijazi,
die gemeinsam mit anderen Künstlerkollegen zahlreiche Aktivitäten
entfalteten, vornehmlich in den Städten und Gemeinden Galiläas
im Norden Palästinas.
Nach der Öffnung der Grenzen zwischen Israel und der Westbank
und dem Gazastreifen im Jahre 1967 waren die palästinensischen
Künstler in beiden Gebieten endlich in der Lage, miteinander in
Kontakt zu treten. Gemeinsame Ausstellungen und Seminare wurden
überall in Palästina organisiert. Es gab sogar einzelne
Ausstellungen und Seminare, Lesungen und Demonstrationen, die
gemeinsam von arabischen und israelischen Künstlern und
Intellektuellen organisiert und betrieben wurden, in Mißachtung
und Übertretung von einschränkenden Maßnahmen, die seitens
der israelischen Behörden verhängt worden waren.
Die Arbeiten von Künstlern aus den besetzten Gebieten
unterscheiden sich durch ihren Symbolismus und Surrealismus.
Dies ist natürlich für jene, die unter Besatzung leben. Sie können
ihre patriotischen Gefühle nicht durch den offenen Gebrauch des
realistischen oder expressionistisch-realistischen Stiles zum
Ausdruck bringen. Surrealismus und Symbolismus bieten als
indirekte Ausdrucksmittel einen naheliegenden Ersatz.
Der Volksaufstand in den besetzten Gebieten hat den Künstlern
zusätzliche Beschwernisse auferlegt. Viele von ihnen nehmen
Zuflucht zu natürlichen und örtlich vorhandenen Materialien
wie Sand, Ton, Färbemitteln, Leder, Holz, Messing, Stroh usw.
Einer der Gründe hierfür ist die Entschlossenheit der Künstler,
israelische Waren oder Materialien zu boykottieren. Ein anderer
Grund liegt in der Forderung des Künstlers nach ,,Originalität".
Alle palästinensischen Künstler, ob sie nun in Israel, in den
besetzten Gebieten, in arabischen Ländern oder im Ausland
leben, haben einen gemeinsamen Nenner - Gefühl und Ziel. Die
meisten Gemälde palästinensischer Künstler haben einen palästinensischen
Inhalt. Der Stil ist in welcher Weise auch immer sinnbildlich.
Nichtsdestotrotz gibt es auch palästinensische Künstler, die
es vorziehen, in Bezug auf Form und Farbe mit bunten und
abstrakten Stilen zu experimentieren.
Der Gebrauch ,,westlicher" Stile wie Realismus,
Expressionismus, Surrealismus, Dadaismus oder Abstraktionismus
durch palästinensische Künstler kann nicht generell als blinde
oder simple Nachahmung betrachtet werden. Im Gegenteil, ihre
Aneignung dieser Stile geschah in einer besonderen Art und
Weise, die eine ,,Palästinisierung" mit sich brachte.
Erbe und Wurzeln
Niemand sollte die Tatsache übersehen, daß sich der palästinensische
Künstler in den vergangenen zwei Jahrzehnten seines reichen
Erbes auf dem Gebiet der Kunst bewußt geworden ist, eines
Erbes, das zurückgeht auf die ersten Einwohner Palästinas, die
Kanaaniten. Dieses Erbe findet seine Wurzeln auch in der
byzantinischen Kunst, in der arabisch-islamischen und in der palästinensischen
Volkskunst.
Natürlich trifft es zu, daß der palästinensische Künstler
von diesem Erbe getrennt worden ist, aber er kämpft darum,
diesen Nachteil auszugleichen und mit dem Erbe oder einem Teil
desselben in Beziehung zu treten. Diese neue Sorge ist in der
Tat eine arabische Sorge. Es ist die Sorge aller Entwicklungsländen.
Ihr kann begegnet werden, wenn auch nicht ohne Schwierigkeit
angesichts des Übergreifens der modernen Kommunikation auf die
Authentizität örtlicher Kulturen und des überwältigenden
Einflusses westlicher Kultur, die generell und effektiv über
diese Kommunikationsmittel propagiert wird.
Die Verbundenheit des palästinensischen Künstlers mit der
Volkskunst wird fortbestehen. Die palästinensische Stickerei,
die die Kleidung der palästinensischen Frauen über
Jahrhunderte zierte, hatte einen großen künstlerischen Wert.
Ihre außerordentliche Farbenpracht und ihr fesselndes Design
haben das Auge so manchen palästinensischen Künstlers
ergriffen und sich tief in sein Gedächtnis eingegraben, um später
in seinen Arbeiten wiedergefunden und widergespiegelt zu werden.
Ohne das verspätete Aufkommen der zeitgenössischen palästinensischen
Kunst im Vergleich zu den arabischen Bewegungen zu leugnen, läßt
sich doch feststellen, daß die palästinensische Kunst in den
knapp vierzig Jahren ihrer Existenz einen bemerkenswerten Status
und eine nicht zu ignorierende Existenz vorzuweisen hat. Sie
steht mit ursprünglichen arabischen und nicht-arabischen
Kunstbewegungen auf einer Stufe. Dennoch hat sie einen weiten
Weg zu absolvieren, denn Kreativität und Größe sind
grenzenlos.
Ismail Shammout
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