Bei der ZIB 1 am 22.10. kommentierte Herr Segenreich eine
Auseinandersetzung zwischen israelischen Besatzungssoldaten und
Palästinensern (nebst anderen Demonstranten) im Rahmen der Proteste
gegen den Mauerbau bei Bil'in im Bezirk Ramallah mit "Streit um ein
Stuck Land". Dies ist wohl eine üble Verniedlichung eines ersten
Problems und zeugt von einer Prapotenz des parteiischen jüdischen
Korrespondenten. Es geht nämlich nicht nur um ein "lächerliches"
Stück Land, das nicht einmal entschädigungslos enteignet, sondern
ersatzlos "vorübergehend" aus Sicherheitsgründen beschlagnahmt wird,
um eine angeblich "temporäre" Mauer darauf zu bauen. Es geht um
abgeschnittene Verkehrs- und Schulwege, verlorene Existenzen und
Umweltzerstörung. Es geht um zahlreiche "Stücke Land", die
palästinensische Bauern für die "Mauer" verlieren und weiteres Land,
das dadurch auf der anderen Seite abgetrennt und verloren wird.
Es geht nicht um ein Stuck Land, das durch einer
Zwangsenteignung mit Ablose für ein öffentliches Bauprojekt
weggenommen wird. Hier bleiben arme Bauern zurück, die dann nichts
mehr haben, von dem sie leben können, weil ihre Familien seit 100
Jahren ihr Einkommen durch die Olivenbäumen auf diesem "Stuck Land"
haben. Vermutlich verwechselt Herr Segenreich das Schicksal dieser
entrechteten Kleinbauern mit dem jüdischer Siedler, für die ein
Stuck Land einfach ein "Garten" ist, weil sie ja in der Stadt
arbeiten können. Die erhalten auch eine großzügige Entschädigung bei
der Enteignung "ihres" von den Palästinensern geraubten "Stuck
Landes".
Dass so ein Kommentar im ORF ausgestrahlt wird, ist eine Schande.
Martin BRETTERKLIEBER
http://members.surfeu.at/bretterklieber
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