Leserbrief von Andreas Friedrich: Israel, der Libanon und der Gaza
Der israelische Parlamentarier Limor Livnat hat am Montag (30.10.2006) erklärt, dass Ehud Olmert im Zuge der Entführung eines israelischen Soldaten eine erneute Militäroffensive im Gaza plant.
Dazu ist zu sagen, dass nach der Entführung des Besatzungssoldaten Gilad Shalit im Juni 2006 der Gaza vom israelischen Militär ohnehin schon in Schutt und Asche gelegt wurde.
Die Welt nahm kaum Notiz von der "Operation Sommerregen".
Und auch diesmal kommt der Besatzungsmacht Israel die Politik entgegen, welche im Libanon und vor allem seit der sog. "Missverständnisse" zwischen der deutschen Marine und Israels Luftwaffe die Medien bestimmt.
Vor diesem Hintergrund ist es einfach, für einen entführten Soldaten offenbar erneut unverhältnismäßig viele Zivilopfer auf Seiten der Palästinenser in Kauf zu nehmen- es kriegt ja niemand mit.
Oder was will Olmert im Gaza?
Die internationale Politik und vor allem die Presse ist mit wichtigerem beschäftigt, z.B. ob ein Hubschrauber oder mehrere gefährlich nahe an israelische F-16 Kampfbomber gekommen sind.
Die Welt ist damit beschäftigt, die "Beteuerungen deutscher und israelischer Politiker" bis ins kleinste Detail auszuschlachten, immer darauf bedacht, die Zwischenfälle im Libanon bloß nicht zu direkt zu kritisieren.
Vielleicht wäre es gut, wenn die Welt zwischendurch auch mal in die Westbank schaut.
Dort geht der illegale Siedlungsbau und der Bau der "Trennmauer" voran, oder die Welt würde mal zur Abwechslung in den Gaza blicken.
Obwohl: Der Begriff Trennmauer ist irreführend, denn die Mauer trennt nicht nur, sie schließt die PalästinenserInnen in den Westbank komplett ein; ob vom Westen, Norden, Osten oder Süden.
Von daher paßt der Begriff Gefängnismauer, nicht Trennmauer.
Ich bitte das zu entschuldigen.
Das vor allem die deutsche Presse von Trennmauer, wenn schon nicht nur von Zaun berichtet, liegt wohl daran, dass niemand wissen soll, das die Mauer die PalästinenserInnen komplett umschließt- scheint ja auch zu funktionieren.
Palästina, unabhängig ob Gaza oder Westbank, das findet nicht mehr statt.
Diverse Zwischenfälle im Libanon, die Politik und ein Großteil der Presse tun ihr übriges.
Andreas Friedrich, Düsseldorf
http://www.profi-reporte.de
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