Thema Hamas
Es ist sehr bemerkenswert, dass der frühere Chef des israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Beth, Avi Dichter, erklärt hat, das der designierte palästinensiche Ministerpräsident Ismail Hanija (Hamas) ins Visier Israels genommen werden kann.
Dichter's Ausführungen, Hanija entweder festnehmen zu wollen, oder aber, vorausgesetzt, die Hamas verübt einen Terroranschlag in Israel, Hanija gezielt zu töten, erinnern eher an einen Warlord als an einen früheren Vertreter der israelischen Regierung, bzw. des Inlandsgeheimdienst.
Gehört es nicht auch zu den Aufgaben einer Demokratie, Verbrecher oder Terroristen vor ein Gericht zu stellen statt zu töten?
Und welche Demokratie, außer Israel, darf es sich erlauben, den Ministerpräsidenten eines anderen Staates zu töten?
Ich erinnere an den früheren Palästinenserpräsidneten Yasser Arafat, der ohne eine einzige kritische Stimme aus der internationalen Politik in der von Israels Armee völlig zerstörten Mukatta unter Hausarrest gestellt wurde.
Nun gut, die Palästinenser haben zwar keinen eigenen Staat, sondern, wenn überhaupt, nur einen Flickenteppich als zukünftiges Staatsgebiet, aber Ministerpräsident ist nunmal Ministerpräsident.
Und das sollte auch für Ismail Hanija gelten!
Dazu passt die Meldung, dass sich führende Hamas-Mitglieder gegen die finanzielle Unterstützung aus dem Iran ausgesprochen haben.
Begründung: "Die Hamas möchte nicht von radikalen Kräften im Iran abhängig sein".
Staat der Hamas eine Möglichkeit zu geben, sich als Regierungs, bzw. Koalitionspartei zu positionieren, sich dem politischen Prozeß anzupassen, gießt Avi Dichter neues Öl ins Feuer.
Nur, wer solche Aussagen tätigt, provoziert geradezu den Terror.
Ist es das, was Israel, die sog. "einzige Demokratie im Nahen Osten", tatsächlich will?
Andreas Friedrich
www.profi-reporte.de
Düsseldorf
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