ARIEL SHARON
Liebe Leserinnen und Leser,
„Ariel Sharon wurde 1928 als Ariel Scheinermann in Kfar Malal, einer Farm mit radikalen Zionisten im Negev, als Sohn eines deutschen Vaters und einer russischen Mutter geboren. Obwohl allein sein Name keinen Zweifel an seiner deutschen Herkunft lässt, hat er seinen Biographie derart abändern lassen, so dass aus dem deutschen Vater ein Pole wurde, da er - wie auch aus seinen späteren Äußerungen deutlich wurde - ein sehr einseitig geprägtes Bild Deutschlands verbreiten wollte und niemand auf die Idee kommen sollte, seine Vorfahren in Deutschland zu suchen!“
Dies sind die oft genüsslich zitierten Sätze von Gruppen, die „Ariel Sharon“, eben aus gut fundierten Gründen nicht mögen.
Seine „Unbeliebtheit“ kommt aber nicht von ungefähr. Ariel Sharon war ein Mann auf der Politbühne, der seine Gegner stets täuschte, indem er aus taktischen Gründen etwas völlig anderes „predigte“ als das, was er dann letztlich, insbesondere außenpolitisch, umsetzte.
Besonders die Palästinenser bekamen dies während seines jahrzehntelangen Einflusses auf die Politik Israels grausam zu spüren.
Ariel Sharon kümmerte sich einen Teufel darum, was die UN an Israel gerichtete Resolutionen hinsichtlich Menschenrechte und der Behandlung des palästinensischen Volkes verabschiedete.
Ebenso missachtete er Beschlüsse und Erklärungen der EU zum Mauerbau im Westjordanland.
In ersten Kommentaren in Verbindung mit der gegenwärtigen Erkrankung von Ariel Sharon, wird seine Person dargestellt als Friedensengel im Nahen Osten. Und diese Darstellung rührt einzig und alleine aus seinem Schachzug, den Palästinensern das winzige Stückchen Land „Gazastreifen“ als „Palästinenser Land“ zu überlassen, um im Gegenzug aber alle anderen Gebiete, insbesondere das Westjordanland, faktisch zu annektieren.
Aber Ariel Sharon hat viel erreicht in Westeuropa. Er hat sämtliche politischen Strömungen auf seine ganz besondere Weise gestriegelt. Unberührt von seinen „politischen Taten“ im Nahen Osten hat er es geschafft, alle Kritiker seiner Politik so „handzahm“ zu machen, dass das Credo des Politchores heute einstimmig klingt, und zwar in der Tonart, die seinen politischen Vorstellungen genehm ist.
Dass er hierzu Instrumente einsetzte, die immer wieder aus den Erinnerungen an die dunkle Deutsche Vergangenheit formuliert wurden, zwar selten von ihm offen, dafür aber um so nachdrücklicher von seinen Sympathisanten und „Tugendwächtern“ hier in Deutschland, hat viele politisch Interessierte erstaunt und gleichzeitig angestachelt, sich für seinen politischen Werdegang und sein Tun zu interessieren.
Und dieser „Werdegang“ lässt seine Person nicht gerade im Heiligenschein des Friedensapostels glänzen, so wie dies gegenwärtig erste Stimmen aus dem Umfeld seiner politischen Fangemeinde glauben machen wollen.
Den letzten Meldungen aus Israel zu Folge, dürfte Ariel Sharon nicht mehr in der Lage sein, sein politisches Amt wieder wahrzunehmen. Dies könnte die Chance sein, dass wirkliche Schritte in Richtung auf einen Frieden zwischen Israel und den Palästinensern vollzogen werden können.
Das israelische Volk dürfte sich dies auf jeden Fall wünschen, ebenso die Palästinenser. Was hieraus die Politelite macht, ist leider, wie so oft, eine völlig andere Sache.
Herzliche Grüsse
Dieter Krogmann
Autor von www.denkfabrik-info.de
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