Paradise Now
Wer seinen eigenen Körper mit der Bereitschaft, das eigene Leben zu opfern, zur Waffe gemacht hat, um andere zu töten, fragt nicht nach der Persönlichkeit der zu Tötenden. Das geht durch alle Kulturen. Wir können nur fragen, wer oder was hat ihn veranlasst, diesen Schritt zu tun und welche Umstände liegen vor, dass Menschen diese endgültige Entscheidung für sich treffen.
Der Film Paradise Now kann diese Kernfrage nicht beantworten, veranschaulicht aber wie es zu einer solchen persönlichen Entscheidung kommt. Und zeigt die äußeren Umstände auf.
Die Filmszenen spielen zwar in Palästina, aber sind nicht allein auf dieses Land oder den Nahostkonflikt begrenzt zu sehen. Wenn wir die Nachrichtensender einschalten, werden auch andere Länder genannt werden, in denen vergleichbare Ereignisse stattfinden.
Die Bereitschaft, sich selbst zu töten, ist kein lokal begrenztes Thema, sondern ein menschliches Verhalten in einer bestimmten Situation. Daher lautet die Kernfrage, wer oder was veranlasst Menschen, diesen Schritt zu tun.
Wie gesagt, dies ist kein Problem einer Kultur oder Religion, sondern gilt weltweit. Daher ist der Kampf der Kulturen, wie ihn die Politik der Welt verkaufen will, ein absolut falscher Begriff und nichts weiter als Seife, um die eigene Bereitschaft zum Töten und Sterben gutzuwaschen.
Wer die Bereitschaft, sich selbst und die Anderen zu töten, unterschiedlich zu der Bereitschaft der anderen bewertet, belügt sich selbst und die Anderen.
Der Film von Hany Abu-Assad ist keine Aufforderung zum Selbstmord, sondern eine Aufforderung zum nachdenken.
Edward Naujok
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