Palästina Plattform Österreich Palästina

StaatswappenNationalflagge

Nationalfeiertag: 15. November
Zeitzone: MEZ + 1 h
Telefon-Vorwahl: +970
Olympiakürzel: PLE
Hymne anhören
Aktuelle Nachrichten: Arabisch ++ Deutsch ++ Englisch

 

Aktuelles

 

Bilder
Berichte
Termine
Projekte
Kampagnen

Archiv

Interessantes

 

Rezepte
Gedichte
Spenden
Shopping
Leserbriefe
Daten & Fakten

 

Palästina Info

 

Geschichte
Geographie
Politik
Gesundheit
Bildung
Wirtschaft
Verkehr
Kommunikation
Tourismus
Kunst
Folklore
Film
Musik
Literatur

 

Links

 

Arabische
Deutsche
Englische

 

Kontakt

 

PGO
PAAV
GUPS
Botschaft
Impressum

 

Startseite

 

Suche

 

 

ý 2001-2007 Palästina Plattform Österreich.

 

Artikel und Meinungen auf dieser Seite, die nicht direkt von der Palästinensischen Gemeinde Österreich stammen, müssen nicht unbedingt der Meinung der Palästinensischen Gemeinde Österreich entsprechen. Alle Rechte vorbehalten.

 

Mauertore, Zwischenfälle und Passierscheine

Die von Israel gebaute Mauer erzeugt unerträglichen Druck auf die Palästinenser. Durch israelische Kontrollpunkte und Straßensperren ist die Bewegungsfreiheit bereits extrem eingeschränkt - jetzt verschärfen sich die Beschränkungen noch einmal massiv. Die Mauer macht die Menschen zu Gefangenen in ihren Dörfern und Städten. Die Mauer ermöglicht die Enteignung von palästinensischem Land durch Israel in großem Stil.

 

Am Beispiel des Dorfes Azzun Atma wollen wir einige Probleme mit Mauertoren schildern.

 

Die Dörfer Azzun Atma und Beit Amin gehören zum „Hauptort“ Sannirya und haben eine Gesamtfläche von 1500 ha Land. Sannirya liegt einige Kilometer westlich von Hares, wo IWPS das Büro unterhält. In den drei Orten leben etwa 6.000 Menschen, die seit vielen Generationen hier leben und ursprünglich von einer Familie abstammen. Durch die Mauer ist Azzun Atma von den anderen beiden Dörfern getrennt. Für den Bau der Mauer wurden 50 ha Felder und Olivenhaine zerstört, und 700 ha bewirtschaftete Agrarfläche auf der anderen Seite “isoliert“. Es gibt vier Tore in der Mauer: Drei Tore sind für die Bevölkerung verschlossen, werden aber von der Armee genutzt, um ins Dorf zu kommen. Das vierte Tor ist das einzige, durch das Bauern von Sannirya, Beit Amin und anderen Nachbardörfern auf ihre Felder westliche der Mauer gelangen können. Sie können das Tor nur mit einem Passierschein und nur zwischen sechs Uhr morgens und sieben Uhr abends nutzen. Nach sieben Uhr abends wird geschlossen – geschehe was wolle. Das Tor gleicht einem Checkpoint und ist ständig von Soldaten bewacht.

 

Früher teilten die Familien nicht nur Arbeits- und Hilfeleistungen sondern auch das Land und die Infrastruktur, zwischen den Dörfern. Heute brauchen die Bewohner von Azzun Atma Genehmigungen, um auf ihrem eigenen Land zu leben. Nur wer Azzun Atma als Adresse auf seinem Personalausweis eingetragen hat, darf überhaupt in das Dorf. Familienbesuche, alltägliche Kontakte und Verpflichtungen werden schwierig oder unmöglich: Angehörige, die nicht in Azzun Atma wohnen, brauchen einen Passierschein.

 

Unter der Mauer leiden vor allem Bauern, Schüler, Lehrer und Kranke. Das Tor bedeutet lange Wartezeiten, schlechte Behandlung und Belästigungen durch die Soldaten und lange Erklärungen abgeben, um hinein- oder herausgelassen zu werden. Außerdem müssen sich die Menschen darauf einstellen, dass das Tor willkürlich geschlossen werden kann, vor allem an jüdischen Festtagen. 
Schüler und Lehrer kommen verspätet oder gar nicht zur Schule. Bereits im laufenden Schuljahr sind schon mehrere Unterrichtstage wegen des geschlossenen Tors entfallen.

 

Selbst Ärzte werden manchmal nicht durch das Tor gelassen, was zu schweren medizinischen Problemen führt. Nachdem das Tor am frühen Abend verschlossen wird, können nächtliche Notfällen nicht mehr versorgt werden. Kürzlich musste eine Frau ihr Kind zuhause zur Welt bringen, weil ihr die Soldaten nicht erlaubten, das Dorf zu verlassen und einen Arzt aufzusuchen.

 

Vor dem Bau der Mauer war Azzun Atma bekannt als das Dorf mit den fruchtbarsten Böden in der Westbank. Die Menschen lebten großteils von der Landwirtschaft. Ein Quadratkilometer Farmland brachte doppelt soviel Ertrag wie in anderen Teilen der Westbank. Heute kann das Gemüse aus Azzun Atma, das früher die ganze Region versorgte, nicht geerntet werden. Wenn die israelischen Militärs die Gemüsetransporte doch aus dem Dorf lassen, dann oft so spät, dass die Ware auf den wartenden Lastwagen verfault. 
Ein Mitglied des Gemeinderates berichtet, dass er mindestens zweimal in der Woche Berichte über Zwischenfälle am Tor hört. Dabei geht es auch um von gewalttätige Soldaten, die sich an Dorfbewohnern vergehen.

 

In anderen Orten wie zum Beispiel in Habla werden die Tore nur dreimal täglich für ein bis eineinhalb Stunden geöffnet. In Mas’ha wurde das Haupttor nach einer Demonstration gegen die Mauer völlig geschlossen. Das zweite Tor wird nur einmal in der Frühe und einmal am Abend aufgesperrt. Wenn ein Bauer nur seine Pflanzen gießen will, was nur weniger Stunden dauert, muss er den ganzen Tag über bis zum Abend warten, um zurück in sein Dorf gelassen zu werden.

 

Wie kommt man zu einem Mauertor-Passierschein?
In jedem Fall müssen die Dorfbewohner, um durch ein Tor zu kommen, vorab bei der israelischen Verwaltung um einen Passierschein beantragen. Dazu brauchen sie verschiedenste Dokumente von Gemeinde, Gericht und anderen lokalen Behörden. Ein solcher Antrag erfordert drei bis vier Tage für die diversen Behördengänge. Dazu kommen Investitionen für Fahrten und diverse Dokumente. Der Passierschein selbst ist meist lediglich für ein bis drei Monate und noch keine Garantie, tatsächlich durch die Tore gelassen zu werden. Nicht jeder Bauer ist in der Lage, alle Dokumente und das Geld für die Fahrten aufzubringen. Zudem wird er tagelang von der Arbeit abgehalten, die ohnehin oft durch die Armee unterbrochen wird – und das alles für einen Passierschein, der vielleicht nur einen Monat lang gültig ist.

 

Die Passierscheine werden oft nur für eine oder zwei Personen ausgestellt. Zur Bewirtschaftung ihrer Felder sind die Bauern aber auf die Hilfe ihrer Familien, manchmal auch auf die Hilfe zusätzlicher Arbeiter angewiesen. Ein Passierschein für eine Person allein nutzt daher nicht viel mehr als gar keiner. Aus Sannirya und Beit Amin haben es 500 Menschen geschafft, Passierscheine für das Tor nach Azzun Atme zu bekommen. Für die Arbeit auf den Feldern würden aber 4000 Personen gebraucht. Passierscheine werden regelmäßig verweigert, wenn es Probleme mit dem Land gibt oder an der Ausweisnummer ein "Sicherheitsproblem" festgestellt wird.

 

Man kann sich leicht vorstellen, dass die Probleme mit der Mauer und den Mauertoren immer größer und größer werden. Die Bauern haben Angst, dass die Toröffnungszeiten verkürzt und die Passierscheine noch schwieriger zu bekommen sein werden. Sie befürchten, dass sie irgendwann gar nicht mehr auf ihr Land gelassen werden und haben das Gefühl, dass sie auch auf diese Art gedrängt werden, ihre Dörfer zu verlassen und abzuwandern.

 

Text: Angie, Barbara und Karin, IWPS Mai 2004
Übersetzung. Katharina Lins,
gekürzt von Karin, edited by m.

 

zurück

 

 

 

 

Live aus Palästina:

 

Ajyal Radio- Palestine

 

You need Real Player: Download

 

Newsletter abbonnieren:

 

Aktuelles

 

Aktuelle Nachrichten: Arabisch ++ Deutsch ++ Englisch

 

Empfehlungen

 

Al-Fayrooz

Restaurant & Lounge

Dr. Karl Lueger Ring 8

A-1010 Wien

Tel.: 01/533-84-11

www.alfayrooz.at

 

Pizzeria Il Castello - Cafe Segafredo

Pfarrgasse 5

A-2500 Baden

täglich: 11 bis 23 Uhr

 

Mag. Hazem Arafeh

geprüfter Versicherungsfachmann

Mobil: 0676/359-12-90

 

Computer Express - Ing. Hisham El-Kilany

Brigittenauer Lände 38/3

A-1200 Wien

Mobill: 0650/814-46-96

 

Rechtsanwältin

Mag. Chhadeh Renua

Goldschmiedgasse 8

A-1010 Wien

Tel.: 0650/5000-559

E-Mail: anwaltrecht1@chello.at