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Artikel und Meinungen auf dieser Seite, die nicht direkt von der Palästinensischen
Gemeinde Österreich stammen, müssen nicht unbedingt der Meinung der Palästinensischen
Gemeinde Österreich entsprechen. Alle Rechte vorbehalten.
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Fragwürdige Medienberichte in Israel -
nur in Israel ? - Beispiel: 6 bewaffnete Palästinenser in
Tulkarem getötet ( Haaretz Juli 2004)
von ISM in Tulkarem
Nach Haaretz-daily online hieß es am Sonntagabend: „6 bewaffnete
Palästinenser wurden von einer Undercover-Grenzpolizeitruppe in
der Westbank-Stadt Tulkarem am Sonntag getötet. Nach
militärischen Quellen heißt es, die 6 seien Mitglieder von
Fatahs militärischem Flügel, den Al-Aqsa –Märtyrerbrigaden,
gewesen, die auf dem Weg waren, einen Terrorakt zu begehen...
ein Schusswechsel folgte, in dem die 6 getötet wurden,
einschließlich von zwei lokalen Führern der Gruppe“ Die
Beschreibung in Haaretz hat wenig Ähnlichkeit mit dem, was vor
Ort geschehen ist. 6 Palästinenser wurden 100m von der Wohnung,
in der sich zu diesem Zeitpunkt drei ISM-Leute aufhielten,
ermordet .Nur zwei der ermordeten Pal. waren Mitglieder der
Al-Aqsa-Märtyrer –Brigaden. Nach verlässlichen Quellen in
Tulkarem waren die anderen vier einfach unschuldige Passanten.
Der Haaretz-Bericht , der auf israelischen Militärquellen
beruht, verdreht die Wirklichkeit, indem er alle Opfer als
Mitglieder des bewaffneten Widerstands bezeichnet und
suggeriert, dass die Palästinenser das Feuer eröffnet hätten und
im Begriff waren einen „Terrorakt“ zu begehen. Er versäumt zu
bemerken, dass vier der Getöteten palästinensische Zivilisten
waren und dass es wenigstens drei Verwundete gab und dass
medizinischem Personal der Weg zu ihnen verweigert wurde.
Dieser Bericht in Haaretz, wahrscheinlich die angesehenste
israelische Zeitung, bietet den Israelis und der Welt eine
ungenaue Beschreibung einer israelischen Militäraktion in den
besetzten Gebieten dar, und wie die Palästinenser die
israelische Besatzung erfahren. Der Haaretz-Bericht macht sich
mitschuldig, indem er das brutale militärische Töten von vier
unschuldigen palästinensischen Zivilisten vertuscht. Hunderte
von jährlich gedruckten Geschichten dieser Art, in denen jeder
getötete Palästinenser ein „Militanter“ war, der auf dem Weg
war, einen „Terrorakt zu begehen“ geben eine völlig andere
Realität von dem wieder , was täglich vor Ort geschieht. Diese
Art von einseitigen Berichten entmenschlichen die Palästinenser
und vertuschen die israelischen militärischen Verbrechen mehr
als dass sie das Verständnis und das Wissen der Leser vermehren.
1.„6 Mitglieder der Al-Aqsa-Brigaden“? Von den 6 Ermordeten
waren nur zwei Mitglieder der Brigaden: Hani Awaida (27) und
Mahdi Tambouz (25) waren bekannte Führer der
Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden in Tulkarem, die das israelische
Militär schon viele Male zu töten oder zu fangen versucht hatte.
Z.B. vor drei Wochen besuchten ISM-Freiwillige einen
Friseurladen, kurz nachdem 6 Palästinenser ( einschließlich drei
Barbieren) von israelischen Soldaten festgenommen worden waren.
Nur wenige Minuten vorher hatte Mahdi den Laden verlassen. Alle
sagten, dass die Soldaten an diesem Tag nach Mahdi suchten.
Sayed Abu Qumra (24) und Ahmed Barouk (26), beide getötet, waren
Zivilisten, die zufällig in der Nähe waren und Freunde
besuchten. Sie hatten keine Verbindung zum bewaffneten
Widerstand Abderrahim Hassan Shahid (34) wurde auch getötet. Er
war ein Vertreter der paläst. Sicherheitsdienste, der auf dem
Weg zur nahen Polizeistation war. Er war – wie berichtet worden
- mit seinem Handy in Kontakt mit seinen Kollegen und sagte,
dass da irgendwas los sei – plötzlich war die Linie tot. Der 18
jährige Mohammed Shanti war unser nächster Nachbar. Er hatte vor
kurzem sein Abitur mit Erfolg bestanden. Er hatte keine
Verbindung zum palästinensischen Widerstand.
2.„Es folgte ein Schusswechsel“ ? Aus 100 m Entfernung hörten
die ISM –Leute die ganze Schießerei. Es gab eine lange
Schusssalve, eine kurze Salve und Minuten später noch eine
mittellange Salve. Es gab kein Geräusch vom Schießen aus paläst.
Waffen. Zeugen bestätigten, dass es kein Schießen von
palästinensischer Seite gab und dass die sechs sofort erschossen
wurden und zwar aus ziemlicher Nähe von israelischen
Spezialkräften, die mit einem Wagen mit palästinensischem
Nummernschild kamen. Sie hatten gar keine Zeit zu reagieren.
3.„Sechs bewaffnete Palästinenser“? Zwei von ihnen mögen
bewaffnet gewesen sein, obwohl die Zeugen keine Waffen gesehen
haben. Palästinensische Quellen vermuten, dass es möglich war,
dass zu dieser Zeit Mahdi und Hani bewaffnet waren, da sie
häufig bewaffnet waren. Wenn sie Waffen gehabt haben, müsste die
israelische Armee sie ihnen weggenommen haben, denn es waren
neben den Leichen keine Waffen zu finden, nachdem sich die
Soldaten zurückgezogen hatten. Der Sicherheitsagent Abderrahim
Shahid war unbewaffnet, wie auch die anderen drei Zivilisten.
4.„Auf ihrem Weg, um einen Terrorakt auszuführen?“ Awaida und
Tambouz standen am Straßenrand und aßen etwas, als sie ermordet
wurden. Die israelische Armee hatte in den letzten Monaten
vielfach versucht, die beiden, die dem pal. bewaffneten
Widerstand angehörten zu töten. Es gibt keinen Grund anzunehmen,
dass sie in dem Moment, in dem sie getötet wurden, dabei waren,
einen Angriff auszuführen. Es geschah in dem Augenblick, als den
Soldaten – wieder einmal – ein Tip von einem Kollaborateur
gegeben worden war.
5.Wichtige Punkte sind im Haaretz-Artikel vergessen worden.:
Zusätzlich zur fehlenden Bemerkung, dass von den 6 Ermordeten
vier unschuldige Zivilisten waren, berichtet Haaretz nicht über
folgende Punkte: Die israelischen Soldaten verweigerten dem
palästinensischen Sanitätern für 20-30 Minuten den Zugang zu dem
Bereich, in dem die Angeschossenen lagen. Wenigstens 15 Minuten
standen drei ISMler mit leuchtend oranger Weste in Sichtweite
der Soldaten und ca 70 m entfernt vom 18jährigen Mohammed Shanti,
der auf der Straße liegend starb. Die ISMlers schrieen, dass er
medizinische Hilfe benötigt. Die Antwort eines isr. Soldaten
war, dass er mit einem Lasersichtgewehr auf die Brust eines
ISMler zielte.
6.Drei andere Zivilisten wurden vom israelischen wahllosen
Herumschießen verwundet. Der 10 jährige Mohsen Naim wurde ins
Bein geschossen. Der 60jährige Khalil Zeidan wurde in den Rücken
geschossen, während er auf der Straße saß, und der 19jährige
Hashim Jarrad wurde ins Handgelenk geschossen, während er im
Barbierladen seines Onkels in Deckung zu gehen versuchte.
Ich fürchte, wir werden nicht den Mut haben, unsern Nachbar zu
erzählen, dass Haaretz der Welt berichtet, dass ihr 18 jähriger
Sohn Mohammed, der gerade das Abitur gemacht hatte und zufällig
zur falschen Zeit am falschen Ort war, ein gefährlicher
Terrorist wäre.
übersetzt von: Ellen Rohlfs
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