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Bereits die Kanaanäer kannten Gesang und Musik und erfanden dafür Musikinstrumente. Der Forscher Ph. Hitti stellt in seinem Buch ,,The History of Syria, Lebanon and Palestine" fest: ,,Bis in jüngste Zeit wu�te man nicht, welchen Beitrag die Kanaanäer zu Zivilisation, Sprache, Künsten, Architektur, Literatur, Landwirtschaft und Industrie geleistet haben." ,,Die Tempelriten erforderten das Spielen von Musikinstrumenten. Die ersten Musiker und Sänger im Tempel waren Kanaanäer. Als David mit der hebräischen Sakralmusik begann und Salomon sie verfeinerte, gab es au�er dem kanaanäischen Muster keine anderen, die man befolgen konnte."

Auch die Araber kannten Musik und Gesang und brachten sie in der Zeit des arabisch-islamischen Aufschwungs vor etwa 1000 Jahren zu hohem Niveau. Es seien hier nur al-Farabi und al-lsfahani erwähnt, die der Musik gro�e Aufmerksamkeit geschenkt hatten, und von den Musikvirtuosen und Sängern jener Zeit seien lbn Dschami' und Ibrahim und Ischaq al-Mausih sowie Siryab genannt.

Die Entstehung der Instrumente

Die Araber erfanden die einsaitige rebabe und die Laute (ud). Letzterer fügte Siryab eine fünfte Saite hinzu, ihr KlangkÖrper wurde grÖ�er und bekam eine schamsiya genannte Öffnung. Die Laute gelangte nach Andalusien und drang von dort nach Europa ein, wo sie bald eine hervorragende Stellung einnahm. Die Araber kannten auch eine Zitter, den qanun, der zu den alten arabischen Saiteninstrumenten gehÖrt, die z. B. auch in den �Erzählungen von 1001 Nacht� erwähnt werden.

Der Zeit des Aufschwungs der arabischen Zivilisation, die gro�en Einflu� auf die verschiedenen Künste und die Wissenschaft hatte, folgte eine Zeit des Niedergangs, die etwa 400 Jahre dauerte. Sie bildet eine enorme Lücke bis zum Anfang unseres Jahrhunderts, als die arabische Welt in Bewegung geriet. Damals begannen einige arabische Musiker den Versuch einer Weiterentwicklung. Sie verwandelten die Lieder, d. h., sie machten aus den traurigen, rhythmisch unausgewogenen �mawawil� Lieder mit kunstvollem rhythmischem Aufbau. Am bedeutendsten auf diesem Gebiet war der ägyptische Musiker und Sänger Seiyid Darwisch, der gro�en Einflu� auf das Musikleben hatte. Er begnügte sich jedoch nicht nur mit formalen Dingen, sondern gab seinen Liedern, die z. T. bis heute in der arabischen Welt gesungen werden, politische und gesellschaftliche Inhalte.

Rythmus und Gesang in der palästinensischen Musik

Die westliche Tonleiter besteht aus sieben Stufen und wird in 12 HalbtÖne unterteilt. Die arabische Tonleiter hat ebenfalls sieben Stufen, wird aber in 24 VierteltÖne unterteilt. Die europäische Musik geht von Dur und Moll aus, die arabische Musik jedoch hat 107 maqamat und 110 Rhythmen. Der Takt in der westlichen Musik ist zwei-, drei-oder vierzeitig. Es gibt 18 Rhythmusgruppen, in der arabischen Musik dagegen existieren 110 verschiedene Rhythmusgruppen. Auf dieser Basis bringt der arabische Künstler seine Leistungen in freier Improvisation dar, während in der europäischen Musik die Nachgestaltung vorgegebener Tonfolgen herrscht. Es scheint, da� diese Menge von MÖglichkeiten der arabischen Musik ihre Entwicklung zu einer komplizierten Operation gemacht hat, die viel Flei� und Sorgfalt sowie besondere MÖglichkeiten und Fähigkeiten erforderte. Auch deshalb ist nur eine relativ geringe und langsame Entwicklung erfolgt.

Ud, rebabe und qanun sind in der ganzen arabischen Welt weit verbreitet. Sie unterscheiden sich von Gebiet zu Gebiet nur in der Form ein wenig voneinander. Das gleiche gilt für die Rhythmus- und Blasinstrumente. Auch die musikalischen Tongruppen (maqamat) sind in der gesamten arabischen Welt verbreitet. Sie unterscheiden sich von Gebiet zu Gebiet lediglich durch die Art ihrer Zusammensetzung und ihre Beziehungen zueinander, nicht aber in ihrem Wesen.
Somit sind Volksmusik und -gesang in Palästina Teil der arabischen Musikwelt allgemein. Sie haben aber auch ihre spezifisch palästinensischen Merkmale, sowohl in den Melodien als auch bei Liedern und Instrumenten. Die wichtigsten Volksmusikinstrumente in Palästina sind als Saiteninstrumente ,ud (arabische Laute), qanun (Zither), rebabe (einsaitiges Streichinstrument) und buzuq (langhalsig, mit drei Saiten). Als Blasinstrumente hat man die schababe (LängsflÖte aus Metall), die naiy (RohrflÖte), den midschwis (doppelte RohrflÖte), den umhul (besteht aus zwei verschieden langen Rohren) und den mismar (eine hÖlzerne Schalmei). Als Rhythmusinstrumente dienen der tabl (Trommel), die durbakka (konische Trommel mit KeramikkÖrper), der daif (Tamburin), der mishar (gro�es Tamburin ohne Metallplättchen), der naqqaratan (Kesselpauke), die baseh, die faqaschat (Schellen), die tasat (Becken) und der mihbasch (gro�er hÖlzerner KaffeemÖrser).

Die meisten palästinensischen Volksmelodien sind einfach im Aufbau ihrer musikalischen Sätze - eine Eigenschaft, die für die Volksmusik überhaupt kennzeichnend ist. Die Grundtongruppen, auf die sie sich stützen, sind vor allem der bayati, weiterhin der rast, der sikah, der adscham und der hedschas. Ebenso wie andere Volksmusiken sind Musik und Gesang in Palästina relativ eintÖnig, reich an Wiederholungen. Dadurch wird aber das künstlerische Gefühl bei Musikern, Sängern, Tänzern und HÖrern gleichzeitig gesteigert. Befähigte Sänger brechen manchmal aus der Melodie aus, improvisieren, halten sich nur in den Grenzen des Rhythmus und der Grundtongruppe, auf der die Melodie basiert. So fügen sie dem Lied eine Art Ornamentik ein.

Der Volkstanz

Zur speziell palästinensischen Musik gehÖrt auch ein Text, der gesellschaftliche und politische Probleme zum Ausdruck bringt. Das ist besonders auf die politischen Verhältnisse zurückzuführen, die Palästina in den letzten 50 Jahren durchlebte - der Widerstand gegen die zionistische Einwanderung, Vertreibung und militärische Besetzung. In Palästina besteht zwischen Musik, Gesang und Volkstanz eine enge Verbindung. Alle palästinensischen Volkstänze werden von Musik und Gesang begleitet. So entsteht eine künstlerische Einheit aus einer Summe von Elementen - Musik, Gesang, Inhalt des Gesanges und Tanz. Lieder ohne Tanz kommen bei volkstümlichen Festen relativ selten vor, und umgekehrt finden Tänze am häufigsten im Rahmen musikalischer Darbietungen statt.

Die wesentlichen Volkstänze in Palästina sind dabke, sahdsche, samer und dahiy. Sie werden bei freudigen Anlässen getanzt, vor allem bei Hochzeiten, Volksfesten, offiziellen und religiÖsen Festen. Die dabke ist ein Tanz der Jugendlichen, der zu Melodien auf dem midschwis, dem urghul oder der schababe getanzt wird. Man bildet dabei einen offenen Kreis, der vom �lawwih� gelenkt wird. Dieser schwenkt ein Tuch und dirigiert die Tänzer mit Bewegungen seiner Augen und Hände. Der Tanz beginnt mit einem Solospiel auf einem der genannten Instrumente. Dann fängt der �qawwil�, der Sänger der Gruppe, zu singen an, und die Gruppe beginnt mit leichten eintÖnigen rhythmischen Bewegungen der Fü�e. Auf Weisung des lawwih steigert sich bald deren Heftigkeit. Nun beginnt sich die Gruppe mit gewandten Bewegungen um den Musiker zu drehen, wobei die Kreisform beibehalten wird, während sich der lawwih von Zeit zu Zeit von der Gruppe trennt und nach dem vorgegebenen Rhythmus freie Bewegungen ausführt. Musiker und Sänger setzen indessen Spiel und Gesang fort. Die Bewegungen der Tänzer verlieren während des Gesanges an Heftigkeit, steigern sich aber wieder zwischen den Gesangsstufen. Die Worte der Lieder haben oft gro�en Einflu� auf die Entfachung der Gefühle und die Steigerung der tänzerischen Bewegungen, begeistern auch die Zuschauer und rei�en sie mit.

Im Norden Palästinas tanzen Männer und Frauen die dabke gemeinsam, während in anderen Gegenden die Frauen besondere Kreise bilden.

Die sahdsche unterscheidet sich von der dabke durch die Formierung der Tänzergruppe: Die Männer stehen in einer oder in zwei einander gegenüberstehenden Reihen und wiegen sich in schÖner Ebenmä�igkeit und Harmonie mit Schritten gleich Ebbe und Flut. Au�erdem singen bei diesem Tanz alle Tänzer und klatschen dazu, ohne Begleitung durch Musikinstrumente.
Der samer unterscheidet sich weitgehend von den beiden anderen Tänzen und ist vorwiegend im Süden Palästinas verbreitet. Bei diesem Tanz stehen sich zwei Reihen von Männern gegenüber, die gemeinsam bestimmte rhythmische Bewegungen ausführen. Eine der beiden Reihen singt dabei eine Gedichtstrophe in einer dem Hocharabischen nahekommenden Sprache. Darauf antwortet die zweite Reihe mit einer anderen Strophe oder dem Kehrreim. Am bemerkenswertesten bei diesem Tanz ist das Auftreten einer verschleierten Frau, die zwischen den beiden Reihen freie tänzerische Bewegungen ausführt. Sie ist mit einer aba'a (einem mantelartigen Umhang) verhüllt, deren Rand sie mit der einen Hand so vor das Gesicht hält, da� von ihr nur noch ein Auge sichtbar ist. In der anderen Hand hielt sie ursprünglich ein scharfes Schwert, das seit dem 19. Jahrhundert durch einen Stock ersetzt ist. Wenn ein Mann sie während des Tanzes mit der Hand berührt, darf sie ihn mit diesem �Schwert� auf die Hand Schlagen. Dieser Tanz wird nur nachts getanzt, vorwiegend bei Vollmond. Man wei� nicht, wer die Frau ist, die zwischen den Männern tanzt. Es gibt keine Begleitung durch Musikinstrumente, die Stimmen der Gruppe und der Umstehenden jedoch sind von beeindruckender musikalischer SchÖnheit.

Der dahiy ähnelt dem samer weitgehend. Jedoch werden die Verse in dem Dialekt gesungen, der in der jeweiligen Gegend üblich ist.

 

Link:

www.6arab.com

 

 

 

 

Live aus Palästina:

 

Ajyal Radio- Palestine

 

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