Palästina Plattform Österreich Palästina

StaatswappenNationalflagge

Nationalfeiertag: 15. November
Zeitzone: MEZ + 1 h
Telefon-Vorwahl: +970
Olympiakürzel: PLE
Hymne anhören
Aktuelle Nachrichten: Arabisch ++ Deutsch ++ Englisch

 

Aktuelles

 

Bilder
Berichte
Termine
Projekte
Kampagnen

Archiv

Interessantes

 

Rezepte
Gedichte
Spenden
Shopping
Leserbriefe
Daten & Fakten

 

Palästina Info

 

Geschichte
Geographie
Politik
Gesundheit
Bildung
Wirtschaft
Verkehr
Kommunikation
Tourismus
Kunst
Folklore
Film
Musik
Literatur

 

Links

 

Arabische
Deutsche
Englische

 

Kontakt

 

PGO
PAAV
GUPS
Botschaft
Impressum

 

Startseite

 

Suche

 

 

ý 2001-2007 Palästina Plattform Österreich.

 

Artikel und Meinungen auf dieser Seite, die nicht direkt von der Palästinensischen Gemeinde Österreich stammen, müssen nicht unbedingt der Meinung der Palästinensischen Gemeinde Österreich entsprechen. Alle Rechte vorbehalten.

 

Bericht von einem Aufenthalt in Ramallah

Im März 2003 verbrachte unsere Familie (Österreicher mit Palästinenserin und 1 1/2-jährigen Zwillingen) fünf Wochen in Ramallah. Die Zeit war wegen der Irak-Krise (und dann auch Irakkrieges) äußerst ungünstig, aber meine Frau benötigte einen neuen palästinensischen Pass und wegen ihrer Schwangerschaft
und den damit verbundenen Reisebeschränkungen und Arztterminen kam nur diese Zeit in Frage.

 

Gleich an der Allenbybrücke schlug das Apartheidsystem zu. Da Palästinenser und "Ausländer" nicht gemeinsam die Brücke passieren dürfen, wurde unsere Familie getrennt und wir mussten mit zwei verschiedenen VIP-Taxis hintereinander auf die israelische Seite fahren. Allein dieser VIP-Übertritt kostete uns 126 USD.

 

Von der Grenze ging es mit dem Taxi zum für uns neuen Checkpoint Qalandia. Auf der Höhe des stillgelegten Flughafens wurde eine richtige Grenzstation aufgebaut, die den Verkehr von und nach Ramallah komplett kontrolliert bzw. unterbindet. Auf beiden Seiten stauen sich die Taxis in einem unglaublichen Verkehrschaos. Mit einem Handkarren musste unser Gepäck über das wegen des
damaligen Schneefalles völlig verdreckte Straßenstück über die "Grenze" gebracht werden.

 

Die Hauptstraße von Qalandia nach Al-Bireh führt noch immer an einem israelischen Militärposten vorbei und ist wegen der Panzerbewegungen in einem fürchterlichen Zustand. Erst in der sogenannten Zone "A" wird es besser.

 

Beim Besuch des Passamtes am nächsten Tag sahen wir dann den Muqata, den Regierungskomplex. Trotz der inzwischen erfolgten Aufräumungsarbeiten ist der Anblick der gigantischen Zerstörungen, die die Israelis dort angerichtet haben, noch immer erschreckend. Zermalmte Fahrzeuge der Post und der Polizei liegen neben "zusammengeklappten" Amtsgebäuden. Statt der Mauern wurden
Stachelbandrollen ausgelegt. Der Weg zu Arafats Amtssitz ist jetzt komplett frei zugänglich, erst wenige Meter davor wurde eine kleine Mauer errichtet.

 

Polizisten in Uniform findet man nur mehr im Bereich des Muqata, auf der Straße verkehren sie nur mehr in Zivilkleidung. Die Polizeiautos wurden weiß umgespritzt und mit zivilen Kennzeichen versehen. Dies führte zu einem rechtlosen Zustand auf Ramallahs Straßen. Die schöne Ordnung, die nach der Ankunft der PA eingekehrt war, ist weg. Vor allem die vielen Taxis halten und parken wieder wie früher, wo immer sie wollen. Die neugebaute Taxi-Haltestelle im Parkhochhaus ist verweist, weil es keinen
Zwang mehr gibt, diese zu benützen.

 

Israelische Militärfahrzeuge verkehren nach Belieben in den Straßen, konfiszieren gestohlene Autos und verschleppen von Israel gesuchte Personen. Ein Onkel meiner Frau, ein Magistratsabteilungsleiter, wurde für 10 Stunden mitgenommen, weil einer seiner Gemeindearbeiter von der Armee gesucht und
bei ihm am Arbeitsplatz gefunden wurde.

 

Eines Tages wurde ein israelischer Jeep vor dem Haus meiner Schwiegereltern in Al-Bireh mit Steinen beworfen. Die Soldaten kehrten immer wieder zurück und suchten die Konfrontation. Sie unternahmen aber nicht gegen die Steinewerfer, sondern fuhren nur langsam auf und ab. Dann erkannte ich die Absicht dahinter. Der Jeep wurde genau so positioniert, dass abprallende und
daneben getroffen Steine die Fenster des Hauses bzw. parkende Autos beschädigen mussten, was auch geschah. Eine Fenster der Veranda wurde zerstört und das Auto meines Schwiegervaters am Dach zerbeult. Einer Bekannten, die uns mit ihrem ziemlich neuen Auto besuchen wollte und wegen der Steine das Weite suchen wollte, wurde mehrmals der Weg abgeschnitten, bis auch sie einen Stein abbekam. Sie flüchtete im Retourgang. Da diese
Steinewerfer keine Kinder von Anrainern waren, sondern aus dem
Flüchtlingslager Amari kamen, sind ihnen diese Schäden egal.

Wider Erwarten sieht man von den Zerstörungen der israelischen
Militäroperationen nicht mehr seht viel, nur auf den Straßen sieht man ab und zu einen verbeulten Masten oder kaputte Randsteine. Lediglich die Abdrucke der Kettenfahrzeuge sind überall im Asphalt sichtbar.

 

Zweimal machten wir einen Ausflug nach Jerusalem. Wegen der Grenzkontrolle in Qalandia und den damit verbundenen Wartezeiten und Umwege dauert so eine Fahrt 1 bis 2 Stunden, früher ging es in weniger als 30 Minuten. Durch meinen österreichischen Pass und der Aufenthaltsgenehmigung meiner Frau hatten wird beim Passieren keine formalen Schwierigkeiten, doch ist die Anlage so konstruiert, dass man mit einem Zwillingskinderwagen verzweifeln
muss.

 

Bei unserer Abreise zur Allenbybrücke bestellten wir zuerst ein Taxi aus Ramallah. Dieses holte uns um 4:30 morgens zu Hause ab und brachte uns um 5.30 zur Sperre in Surda (nördlich, auf dem Weg nach Birzeit). Dort stand ein Jeep und ließ nur Fußgänger nach einer Kontrolle passieren. Nur ein Rettungswagen durfte zwischen die Erdhaufen auf die andere Seite fahren. Um Punkt 6.30 verließen die Soldaten den Platz - Wachablöse. Dann hatten wir die Möglichkeit schnell auf die andere Seite zu fahren. Doch bei Birzeit
stand ein Panzer und verwehrte uns die Weiterfahrt. Über einen Feldweg gelangten wir schließlich bei Silwat zur Hauptstraße nach Jericho. Aber auch dort gab es eine Anhaltung mit Ausweiskontrolle. Endlich vor Jericho angekommen, wurde uns gesagt, dass die Westeinfahrt jetzt geschlossen ist. Erst die Südeinfahrt (nur über die Ostumfahrung zu erreichen, also 75 Grad
um die Stadt) war offen. Erst nach 8 Uhr erreichten wir die palästinensische Grenzstation.

 

Die Allenbybrücke musste wieder auf getrennten Wegen passiert werden. Leider gab es wegen des Krieges neue Einreisebestimmungen für Palästinenser und so erfuhr ich nach 5 Stunden Warten auf der jordanischen Seite, dass meine Frau
nicht einreisen durfte. Hier muss die Unfreundlichkeit der Jordanier erwähnt werden, die mich und meine Kinder zwar unbürokratisch wieder zurückreisen ließen, aber meiner schwangeren Frau weder ein Telefonat noch das Aufladen ihr Handys gewährten, damit ich von der Zurückweisung informiert werde. Ich kontaktierte nämlich 6 Mal Grenzbeamte (bis zum Direktor), um zu erfahren, wo meine Frau bliebe. Meine Frau war so aufgelöst und wütend, dass sie von
einer ISRAELISCHEN Grenzpolizistin getröstet werden musste. Schließlich reisten wir wieder gemeinsam in Israel ein und fuhren mit dem Taxi nach Ramallah zurück. Mit Fahrtkosten und Ausreisesteuer kostete uns dieser Tag 1000 Schekel = 200 EUR.

 

Nach einigen Tagen, in denen ich schon am Arbeitsplatz hätte sein müssen, hatten wir eine Verpflichtungserklärung eines Jordaniers für meine Frau. Für die zweite Ausreise bestellten wir ein Taxi aus Ostjerusalem, das uns in Qalandia abholen sollte, diesmal erst um 7 Uhr. Doch da gab es dort noch keine Handwagen für das Gepäck und wir sollten zu zweit alle Koffer auf einmal hinüber tragen. Der Onkel meiner Frau verhandelte mit dem Soldaten und er durfte uns nach Abgabe seines ID-Ausweises beim Tragen helfen. Wie
wir später erfuhren, wurde er dafür bei seiner unmittelbaren Rückkehr von einem anderen Soldaten mit einer Stunde Wartezeit "bestraft". Um 8 Uhr erreichten wir wieder die Allenbybrücke. Ich fuhr mit dem gesamten Gepäck direkt zu den Israelis, meine Frau musste nach Jericho. Ich war mit den Kindern nach etwas über 1 Stunde fertig, meine Frau benötigte fast 10 Stunden, bis sie in Jordanien ankam! Während wir diese Zeit in einer Wartehalle saßen, musste meine Frau die meiste Zeit im Bus und an einer
Kontrollstelle direkt an der Brücke warten, wo es weder Sessel noch Bänke gab, nur verdreckte Toiletten und einen Getränkeverkauf.

 

Dies zeigt, dass zur Zeit Palästinenser auch in Jordanien einen schlechten Stand haben. Leider muss ich sagen, dass sie momentan an der Grenze von den Jordaniern schlechter behandelt werden als von den Israelis.

 

Mit einer Woche Verspätung kamen wir dann nach Österreich zurück.

 

Martin BRETTERKLIEBER

 

zurück

 

 

 

 

Live aus Palästina:

 

Ajyal Radio- Palestine

 

You need Real Player: Download

 

Newsletter abbonnieren:

 

Aktuelles

 

Aktuelle Nachrichten: Arabisch ++ Deutsch ++ Englisch

 

Empfehlungen

 

Al-Fayrooz

Restaurant & Lounge

Dr. Karl Lueger Ring 8

A-1010 Wien

Tel.: 01/533-84-11

www.alfayrooz.at

 

Pizzeria Il Castello - Cafe Segafredo

Pfarrgasse 5

A-2500 Baden

täglich: 11 bis 23 Uhr

 

Mag. Hazem Arafeh

geprüfter Versicherungsfachmann

Mobil: 0676/359-12-90

 

Computer Express - Ing. Hisham El-Kilany

Brigittenauer Lände 38/3

A-1200 Wien

Mobill: 0650/814-46-96

 

Rechtsanwältin

Mag. Chhadeh Renua

Goldschmiedgasse 8

A-1010 Wien

Tel.: 0650/5000-559

E-Mail: anwaltrecht1@chello.at