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Regierungsentscheidung enteignet palästinensischen Besitz in Ost-Jerusalem

von Meron Rappaport, Haaretz, 20.1.05


Die Sharon-Regierung ergänzte im Juli 2004 das Gesetz über den Besitz Abwesender in Ost-Jerusalem – entgegen der Politik der israelischen Regierung, da das israelische Gesetz nach dem Sechstagekrieg auch Ost-Jerusalem mit einschloss.

Das Gesetz bedeutet, dass Tausende von Palästinensern, die in der Westbank leben, ihren Besitztitel über ihr Eigentum in Ost-Jerusalem verlieren.

Regierungsbeamte schätzen den Besitz im Ganzen auf Tausende von Dunum Land, während andere Schätzungen sagen, man könnte die Hälfte des Ost-Jerusalemer Besitzes hinzufügen.

Die Regierungsentscheidung im Juli bestätigt eine Entscheidung, die einen Monat früher im ministeriellen Komitee für Jerusalem getroffen wurde. Die Entscheidung wurde dem Ministerpräsidenten und Staatsanwalt vorgestellt und fand ihren Beifall; die Entscheidung wurde aber bis jetzt nicht veröffentlicht und auch nicht auf der Website des Ministerpräsidenten aufgelistet.

Das Gesetz von 1950, in dem es um den Besitz Abwesender geht, das u.a. bestimmt, ein Abwesender sei jemand, der zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges sich in keinem Teil von Israel, der sich also außerhalb von Israel befand – dh. in der Westbank und im Gazastreifen.

Nach dem Gesetz wird Besitz von Abwesenden an die „Behörde der Verwaltung für den Besitz Abwesender“ transferiert, ohne den abwesenden Besitzern eine Kompensation zu schulden. Als Ost-Jerusalem unter das israelische Gesetz fiel, ordnete der damalige Justizminister an, dass dies die Bewohner der Westbank nicht betrifft, die Besitz in Teilen Ost-Jerusalems haben, die nun zu einem Teil des Staates Israel geworden sind. Ministerpräsident Yitzak Rabin hat diese Direktive 1993 erneuert.

Mit dem Bau des „Trennungszaunes“ im Raum Jerusalem erbaten sich palästinensische Landbesitzer aus Bethlehem und Beit Jala die Genehmigung, ihre Felder weiterbearbeiten zu können, die innerhalb der Jerusalemer Gemeindejurisdiktion liegen. Die Antwort des Staates war, dass „ihnen das Land nicht länger gehört, sondern dass es an die „Behörde der Verwaltung für den Besitz Abwesender“ übergeben wurde. Es handelt sich um Tausende von Dunum landwirtschaftlich genutzten Landes, auf dem Palästinenser seit Jahren Oliven und Wein anbauten.

„Der Besitz dieser Leute wurde immer als Besitz Abwesender betrachtet, aber solange kein Zaun existierte, konnten die Leute zu ihrem Land gelangen und – nach ihrem Standpunkt – war alles in Ordnung“, sagte ein hochrangiger Justizbeamter, der sich mit dieser Sache befassen muss. „Der Zaun ist die Folge von Terror. Es ist nicht fair, dass jemand zum „Abwesenden“ wird, weil seine Verbindungen zum Land abgeschnitten werden, ohne dass er schuldig wurde. Aber Moral ist eine Sache – und was in unseren Gesetzen geschrieben ist, ist eine andere Sache“

Die palästinensischen Landbesitzer und ihre israelischen Anwälte bezeichnen dies als „Landraub“ und fürchten, dass die nächsten Pläne des Bebauungsministeriums auf Teilen des Landes der „Abwesenden“ bauen wollen.

Dt. Ellen Rohlfs

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