Palästina Plattform Österreich Palästina

StaatswappenNationalflagge

Nationalfeiertag: 15. November
Zeitzone: MEZ + 1 h
Telefon-Vorwahl: +970
Olympiakürzel: PLE
Hymne anhören
Aktuelle Nachrichten: Arabisch ++ Deutsch ++ Englisch



 

Aktuelles

 

Bilder
Berichte
Termine
Projekte
Kampagnen

 

Interessantes

 

Rezepte
Gedichte
Spenden
Shopping
Leserbriefe
Daten & Fakten

 

Palästina Info

 

Geschichte
Geographie
Politik
Gesundheit
Bildung
Wirtschaft
Verkehr
Kommunikation
Tourismus
Kunst
Folklore
Film
Musik
Literatur

 

Links

 

Arabische
Deutsche
Englische

 

Kontakt

 

PGO
PAAV
GUPS
Botschaft
Impressum

 

Startseite

 

Suche

 

 

� 2001-2007 Palästina Plattform Österreich.

 

Artikel und Meinungen auf dieser Seite, die nicht direkt von der Palästinensischen Gemeinde Österreich stammen, müssen nicht unbedingt der Meinung der Palästinensischen Gemeinde Österreich entsprechen. Alle Rechte vorbehalten.

 

Sind Sanktionen gegen Israel antisemitisch?

von Fritz Edlinger

 

Seit geraumer Zeit wird von verschiedenen Organisationen und Persönlichkeiten in Europa und in den USA zu Sanktionen gegen Israel aufgerufen. Begründet wird dies mit den seit Jahrzehnten begangenen Völkerrechtsverletzungen Israels, welche in einer unübersehbaren Zahl an Resolutionen der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen dokumentiert sind. Gar nicht richtig erfasst sind alle jene UNO-Sicherheitsresolutionen, welche im Laufe der Jahre durch das Veto der USA verhindert worden sind.

 

Siehe:

http://stopthewall.org/news/boycot.shtml

http://petitiononline.com/stw/petition.html

 

Europa, welches sich im israelisch-palästinensischen Konflikt als neutral geriert, ist in diesem Zusammenhang ganz besonders gefordert. Besonders die Europäische Union hätte genügend Instrumente zur Verfügung, den in den zahlreichen UN-Resolutionen klar zum Ausdruck gebrachten Willen der internationalen Staatengemeinschaft wirkungsvoll zu unterstützen. Das Assoziierungsabkommen mit Israel und zahlreiche andere bilaterale Abkommen enthalten klare Menschenrechtsklauseln, welche von Israel in flagranter Weise missachtet und verletzt werden. Statt diese anzuwenden oder zumindest deren Anwendung anzudrohen, hat die EU zuletzt sogar noch seine Unterstützung für Israel verstärkt. Das jüngste Beispiel stellt die Entscheidung der europäischen Außenminister dar, einen noch unter der britischen EU-Präsidentschaft ausgearbeiteten Bericht über den Mauerbau in der Region von Jerusalem und dessen Auswirkungen auf die palästinensische Bevölkerung nicht zu publizieren. Man verantwortete sich damit, dass man in der heiklen Phase des israelischen Wahlkampfes keine allzu israelkritische Stellungnahme abgeben wolle. Dass dies eine Verhöhnung der seit vielen Jahren unter der israelischen Besatzungs- und Landraubpolitik leidenden palästinensischen Bevölkerung Ost-Jerusalems darstellt, ist den auf ihre „Objektivität“ ach so bedachten Eurokraten offensichtlich nicht in den Sinn gekommen. Abgesehen davon, dass man die Auswirkungen einer derartigen Vorgangsweise auf die zwei Monate vor den israelischen Wahlen stattfindenden Wahlen zum Palästinensischen Legislativrat auch hätte berücksichtigen können.  
(Das Dokument in vollem Wortlaut: http://www.palestinecampaigne.org/campaignes.asp?=y&id=140).

 

Sanktionen und Antisemitismus

Immer wieder wird gegen Aktionen wie jene für Sanktionen gegen Israel eingewendet, dass diese antisemitisch seien oder man sich zumindest in gefährliche Nähe des klassischen europäischen Antisemitismus begäbe. Wie allergisch Israel und seine Freundinnen und Freunde auf derartige Kampagnen reagiert, zeigte die Affäre um den von einer norwegischen Provinzregierung verabschiedeten Beschluss zum Importstopp von israelischen Waren, welche in (illegalen) israelischen Siedlungen produziert worden sind. In dieser vergleichsweise geringfügigen Angelegenheit sah sich sogar die US-amerikanische Außenministerin Condoleeza Rice zu einem scharfen und direkten Brief an ihren norwegischen Kollegen veranlasst, in dem sie „ernsthafte politische Konsequenzen“ androhte. Dieser sah sich auch sofort zu einer klaren Distanzierung veranlasst und die norwegische Finanzministerin Kristin Halvorsen, deren Sozialistische Linkspartei in der Provinz Süd-Tröndelag diesen Sanktionenbeschluss herbeigeführt hatte, distanzierte sich danach ebenfalls vom Beschluss ihrer eigenen Partei. Dass der israelische Außenminister Silvan Shalom sowie zahlreiche jüdische Organisationen in den USA ebenfalls scharfe Protesterklärungen abgaben, sei noch am Rande erwähnt. Angesichts der „Relevanz“ einer derartigen Resolution einer kleinen norwegischen Provinz kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass hier doch mit „Kanonen auf  die sprichwörtlichen Spatzen“ geschossen worden ist……

 

An diesem sensationellen Thema konnte der journalistische Israel-Lobbyist per excellence in Österreich, Christian Ortner, natürlich ebenfalls nicht vorbei und er zog in seinem Kommentar am 13.1. in der Wiener Zeitung („Kauft in Kuba statt beim Juden…..“) einen Vergleich mit der berüchtigten Nazi-Parole „Kauft nicht beim Juden“ und stellte damit jegliche Kampagne für Sanktionen gegen Israel in die antisemitische Ecke. Der unsachliche und polemische Ton Ortners soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass auch von seriöserer Seite her Einwände gegen derartige Sanktionskampagnen erhoben werden. Ich persönlich halte jedoch die Forderung nach punktuellen und gezielten Boykottmaßnahmen vor allem dort für gerechtfertigt, wo sie einen direkten Protest gegen die illegale Politik der israelischen Regierung darstellen. So ist beispielsweise der – auch von den norwegischen Linkssozialisten - geforderte Boykott von Waren, die in Siedlungen in den Besetzten Gebieten hergestellt worden sind, berechtigt. Er steht übrigens auch im Einklang mit den einschlägigen Bestimmungen der EU. Auch der gezielte Boykott der Universität Haifa ist aus meiner Sicht berechtigt, da diese Universität Filialen in den Besetzten Gebieten unterhält und zudem auch im eigenen Bereich palästinensische StudentInnen systematisch diskriminiert. Schließlich ist auch ein Boykott von Firmen, welche am Bau des „israelischen Sicherheitszaunes“ (Apartheidmauer) beteiligt sind, berechtigt. In diesem Zusammenhang möchte ich noch einen anderen wichtigen Bereich erwähnen, in dem Sanktionen – nicht zuletzt aufgrund der Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung durch die israelischen Sicherheitskräfte sowie auch deren laufende Aggressionen in Nachbarstaaten – angebracht ja sogar sehr wichtig sind, den Bereich der Rüstung und des Waffenhandels. Gerade auf diesem Sektor haben sich die Beziehungen zwischen Europa und Israel zuletzt sprunghaft entwickelt. Kurzum: Ich halte Sanktionsmaßnahmen, welche sich gegen Kernbereiche der völkerrechtswidrigen Besatzungspolitik Israels wenden, für durchaus gerechtfertigt. Sie stellen übrigens im Vergleich zu den jahrzehntelangen und kontinuierlichen Boykottmaßnahmen Israels gegen die palästinensische Bevölkerung (Landraub, Bau von „araberfreien“ Siedlerstraßen, willkürliche Ausgangssperren und Abriegelungen der palästinensischen Gebiete, ungleiche Verteilung von Wasser und anderen Ressourcen etc. etc.) ein wirkliche Lapalie dar. Aber sie erinnern nachdrücklich an die unhaltbare und inakzeptable Situation der Palästinenserinnen und Palästinenser.

 

Es gibt also eine Reihe von guten Argumenten für Sanktionen. Diese als antisemitisch hinzustellen, beweist entweder eine weitgehende Unkenntnis der Lage in Palästina oder eben eine völlig einseitige – proisraelische – Haltung. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf eine aktuelle Zusammenfassung von Argumenten pro und kontra Sanktionen, verfasst von Prof. Norman Finkelstein, hinweisen. Dem ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen.
(Siehe: http://counterpunch.com/finkelstein01182006.html).

 

zurück

 


 

 



 

Live aus Palästina:

 

Ajyal Radio- Palestine
راديو أجيال-فلسطين

 

You need Real Player: Download

 

Newsletter abbonnieren:

 

Aktuelles

 

Aktuelle Nachrichten: Arabisch ++ Deutsch ++ Englisch

 

Empfehlungen

 

Al-Fayrooz

Restaurant & Lounge

Dr. Karl Lueger Ring 8

A-1010 Wien

Tel.: 01/533-84-11

www.alfayrooz.at

 

Pizzeria Il Castello - Cafe Segafredo

Pfarrgasse 5

A-2500 Baden

täglich: 11 bis 23 Uhr

 

Mag. Hazem Arafeh

geprüfter Versicherungsfachmann

Mobil: 0676/359-12-90

 

Computer Express - Ing. Hisham El-Kilany

Brigittenauer Lände 38/3

A-1200 Wien

Mobill: 0650/814-46-96

 

Rechtsanwältin

Mag. Chhadeh Renua

Goldschmiedgasse 8

A-1010 Wien

Tel.: 0650/5000-559

E-Mail: anwaltrecht1@chello.at