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Palästina-Teamchef Alfred Riedl sucht Spieler per Annonce
"Der Palästinensische Verband ruft seine Spieler!" heißt es in europäischen Zeitungen
Fußballer
sind herzlich zu Tests vom 1-7 März 2004 in Wiehl bei Köln
eingeladen.
Bewerbungen
bitte an:
Herrn
Taysir Barakat
Tel.:
0096 59082062
Herrn
Mohamed Hamida
Tel.:
0097 1 5064487907
Fußball-Nationalspieler per Annonce gesucht! Der Palästinensische Verband mit dem österreichischen Teamchef Alfred Riedl geht ungewöhnliche Wege, um den Sprung zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zu schaffen. Über Zeitungs-Inserate in Fachpublikationen will der Verband palästinensische oder palästinensisch-stämmige Kicker ausfindig machen, die sich bei Riedl in dieser Woche bei einem Lehrgang in Wiehl bei Köln empfehlen können. "Wir müssen uns verstärken, denn wir wollen den Leuten in Palästina über den Fußball Freude bereiten", sagte Riedl am Montag.
Der 50-jährige Österreicher, der das Team aus den Palästinenser-Gebieten seit Jahresbeginn betreut, absolviert ab Dienstag in Wiehl mit einer noch unbekannten Zahl von Spielern aus Deutschland und Skandinavien ein dreitägiges Probetraining. "Wir versuchen, so viele Spieler wie möglich zu erfassen. Viele wissen gar nicht, dass sie laut den neuen FIFA-Regeln für uns spielen dürfen", erklärte Riedl seine Pionierarbeit.
Anzeige im kicker
Dazu wurde - gesponsert von zwölf betuchten Geschäftsleuten aus Doha und Dubai - am Montag im "Kicker" die erste Annonce geschaltet, unter dem Titel: "Der Palästinensische Fußballverband ruft seine Spieler!" In anderen Ländern und Fachblättern wie "France Football" folgen weitere, berichtete der ehemalige ÖFB-Teamchef.
"Allein in Chile, der größten Kolonie im Ausland, sollen 300.000 bis 400.000 Personen mit palästinensischer Abstammung leben. Aber auch in Europa, vor allem Deutschland, hoffe ich fündig zu werden", betonte Weltenbummler Riedl, der nach seinem Engagement als Vietnams Teamchef bei seinem neuen Arbeitgeber einen Einjahresvertrag plus Option für ein weiteres erhalten hat. Sein neuer Verband, der dem Weltverband FIFA erst seit 1998 angehört, startete kürzlich erfolgreich in die asiatische WM- Qualifikation. Gegen Taiwan gab es einen 8:0-Kantersieg. Am 31. März kommt es zum Duell mit dem Irak, betreut vom Deutschen Bernd Stange.
"Der Irak ist klarer Favorit"
"Es geht gegen meinen Freund Bernd. Der Irak ist klarer Favorit. Für uns wird das ein haariges Duell", glaubt Riedl. Um die Chance auf die Teilnahme an der WM 2006 zu wahren, "dürfen wir auf keinen Fall verlieren", fordert Riedl. Denn nur der Gruppensieger kommt eine Runde weiter. Mit Blick auf die WM-Ausscheidung für 2006 komme die jüngste Initiative mit den Annoncen "ein dreiviertel Jahr zu spät", fürchtet Riedl. Dennoch stellt er sich der neuen Herausforderung im Nahen Osten mit Akribie. Sogar schon in der Nähe des Gaza-Streifens hat er bereits Sichtungs-Camps für Talente
abgehalten. (APA/dpa)
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