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Wasser ist Leben – Eine Trinkwasseraufbereitungsanlage für das Kinderspital in Basra

 

Vor dem Golfkrieg betrug das jährliche Budget für die die Instandhaltung der Wasser- und Abwasseranlagen im Irak 100 Millionen Dollar, 1996 waren es nur mehr 8 Millionen Dollar. Bereits im Jahr 1997 arbeiteten die Wasseraufbereitungsanlagen nur mehr mit 40 % ihrer ursprünglichen Kapazität. Die Kläranlagen wurden kaum mehr gewartet und ungereinigte Abwässer ergossen sich in die Flüsse – die Trinkwasserressource für einen Großteil der Bevölkerung. Der Import von Ersatzteilen für die Aufbereitungs- und Kläranlagen wurde häufig infolge von rigorosen Embargobestimmungen blockiert. Obwohl die Gegend um Basra an sich durch ihren Wasserreichtum charakterisiert ist, ist Basra die Region des Irak, die vom Trinkwassermangel am meisten betroffen ist. Kriegsbedingte Schäden im letzten Jahr sowie zahllose Plünderungen in der Nachkriegszeit verschärften die Lage nur noch. 

Mitte Juni 2004 gibt der Public Health Spezialist der WHO in Basra, Dr. Samson Samuel, an, dass nur mehr 40 % des Wasserbedarfs der Stadt aus dem Leitungsnetz gedeckt werden können, 60 % der Bevölkerung wird aus dem Fluss (Shatt el Arab) mit Wasser versorgt, der neben Bakterien auch unzählige Toxine enthält, die aus den alten lecken Schiffen austreten, welche zu Hunderten im Shatt el Arab liegen. In diesem Fall nützt weder Abkochen des Wassers noch der Zusatz von Desinfektionstabletten. 

Ende Juli 2004 macht der Vertreter des UN-Generalsekretärs für den Irak, Ross Mountain, darauf aufmerksam, dass eine humanitäre Krise in Basra drohe, aufgrund des Mangels an sauberem Trinkwasser, verschärft durch Mangel an Stromversorgung und nochmals verschärft durch die herrschenden Temperaturen. „Nirgends im Irak ist die Situation so schlecht wie in Basra“ meint er. „Es ist unwahrscheinlich, dass wir den Vorkriegszustand vor Ende dieses Jahres erreichen werden“. Aufgrund des Wassermangels fürchtet er politische Unruhen in der Stadt. „Denn Wasser bedeutet Leben und wenn es ums Überleben geht, werden die Leute nicht untätig zu Hause sitzen und warten.“

Schon vor dem Krieg erkrankten in jedem Sommer Tausende Kleinkinder an schweren Durchfällen, die in einer Vielzahl zum Tod der Kinder führten. Häufig erkrankten sie im Spital, wo sie wegen einer anderen Krankheit aufgenommen waren. Dies hat uns zu der Idee bewogen, eine Trinkwasseraufbereitungsanlage für das Ibn Ghazwan Hospital zur Verfügung zu stellen. Dankenswerterweise haben die Caritas Bozen und Caritas Österreich dafür einen Betrag von Euro 100.000,- gespendet, der Rest in der Größenordnung von rund Euro 30.000,- wird aus unseren Spendenmittel finanziert. Das Mutter-Kind-Spital in Basra wird so über eine der modernsten Trinkwasseraufbereitungsanlagen (Containerized Reverse Osmosis System) verfügen. Die Produktion wurde zu Jahresende 2003 in Auftrag gegeben, die Fertigung dauerte bis März d.J. Zur gleichen Zeit wurden in Basra Vorbereitungsarbeiten (Fundament, zusätzliche Wassertanks, Verlegung der Anschlussrohre etc) durchgeführt. Aufgrund der schwierigen Lage im Irak verzögerte sich der Abschluss dieser Arbeiten, aber auch der Transport der Anlage. 

Am 27. August 2004 wurde schließlich die fix in einem Container montierte Anlage auf die lange Reise nach Basra geschickt. Von Wals/Salzburg geht es per Bahn nach Hamburg, von dort mittels Frachtschiff über Dubai nach Kuwait, von da mit LKW nach Basra. In der ersten Oktoberhälfte soll die Wasseranlage in Basra eintreffen. Dann wird ein österreichischer Ingenieur nach Basra reisen, um die Anlage in Betrieb zu nehmen und das lokale Personal einzuschulen. Vertreter der GÖAB werden ebenfalls vor Ort sein, um diese so wichtige Spende zu übergeben. Neben der Aufbereitungsanlage selbst werden auch Ersatzteile für zumindest ein Jahr mitgeliefert. Diese Anlage wird den gesamten Trinkwasserbedarf des Spitals sowie den Nutzwasserbedarf der chirurgischen Abteilungen abdecken und damit eine wichtige Arbeit in der Vorbeugung von Erkrankungen leisten.

Wien, 1.9.2004

Bildmaterial finden Sie unter: 

http://www.saar.at/aladin/Container.htm

 

Weitere Informationen:
Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen
1150 Wien, Stutterheimstraße 18-18/2/5
Tel. 01 5267810
Fax. 01 5267795
e-mail: office.vienna@saar.at

Spenden sind erbeten auf 
Konto Nr. 0055-5288003 bei Bank Austria Creditanstalt BLZ 12000 
„Kinder im Irak“

 

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